Logbucheintrag 21/11

von Stipendiat

Abfahrt: Ulm 13:12 Gleis 2
Ankunft: Berlin 19:29 Gleis 7

Hallo Berlin, Hallo Museum, Hallo Du!

Ich bin Anna. Und mittlerweile wohne ich schon eine ganze Weile im Museum. Ich hatte also Zeit mich in ein paar Techniken der manufakturellen Schmuckherstellunghineinzufuchsen, mir Wege und Gesichter einzuprägen (das Technik Museum ist tatsächlich so riesig wie es meine Vorgänger schon beschrieben haben) und verschiedene Abteilungen des Museums kennenzulernen, meine Erkundungsexpedition ist aber noch lange nicht vorbei.

Die Werkstatt für Manufakturelle Schmuckproduktion – mein eigentliches neues Zuhause – war mir schon zu Beginn des Stipendiums ein wenig vertrauter, da ich während meines Bachelorstudiums in Pforzheim im Rahmen des PFrevisited Projekts bereits die Gelegenheit hatte Werkstatt und Techniken kennenzulernen. Die Zeit im Technikmuseum habe ich schon damals sehr genossen, nicht zuletzt durch die unermüdliche Unterstützung und den ansteckenden Enthusiasmus der erfahrenen Spezialisten, die damals mein Interesse an den alten Techniken weckten. Die historischen Arbeitsgeräte, die im Technischen Museum bis heute ihre Dienste leisten bringen nicht nur das Know How von Generationen zusammen, sondern sorgen auch für das Bewahren, die Weitergabe und im besten Falle für eine Weiterentwicklung oder zeitgemäße Neuinterpretation eben dieser Techniken. 

Ich bin super froh und auch dankbar, dass ich die Gelegenheit habe mich für ein paar Monate voll und ganz auf die Maschinen und Arbeitsweisen einzulassen und in diesem inspirierenden Umfeld arbeiten zu dürfen. In meinem Fokus stehen die Techniken des Emaillierens und des Guillochierens; es gilt deren Kombinationsmöglichkeiten zu erforschen. Ich bin fasziniert von Eleganz und Anmut dieser Techniken und deren Geschichte. Außerdem stimmen mich die geduldigen und präzisen Arbeitsschritte zufrieden, vor allem das Guillochieren fühlt sich oft fast meditativ an, fast so, als spreche die Maschine ein Mantra…