Logbucheintrag 06/12

von Stipendiat

Colours

Farbe aus dem Feuer – Email! Die alten Hasen unter Euch wissen Bescheid – es folgt dennoch eine kurze Einführung: Email bezeichnet eine auf das Metall fest aufgeschmolzene meist bunte Glasschicht, die zur Gestaltung der Oberfläche eingesetzt wird. Das Email oder die Emaille wird meist in Form von Pulver auf das vorher gründlich gesäuberte Metall (vorzugsweise Kupfer, Tombak, Silber und Gold) aufgeschmolzen. Die Emaillierkunst hat eine lange Geschichte – die ältesten bekannten Emailarbeiten reichen bis ca 1400 vor Christus zurück! Schon die alten Ägypter kannten diese Technik, die zugegebenermaßen hin und wieder von einer dünnen Staub Schicht befreit werden musste, jedoch bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist. 

Mich fasziniert dieser glasig glänzende Überzug, ich liebe die Farbenvielfalt und die Spannung wenn man das frisch gebrannte Stück aus dem Ofen nimmt. Das Ergebnis ist ( wenn man nicht gerade ein Vollprofi auf dem Gebiet ist) nicht zu 100% steuerbar, gespannt wie ein Flitzebogen stehe ich also vor dem Ofen und freue mich vor allem auf die nicht vorhersehbaren Dinge die bei ca 820°C im Ofen passieren. Die gesamte Prozedur hat etwas alchemistisches, fast schon magisches, es macht einen Heidenspaß!

An den guillochierten Blechen jedoch kann man sich dann schon mal die Zähnchen ausbeißen. Mal war die Emailleschicht zu stark, dann wieder zu dünn. Die transparenten Farben müssen in einer Engelsgeduld ausgewaschen werden und einige Farben musste ich mehrmals abschleifen und nochmals brennen bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Hier ein paar  Versuche: