Stipendium im Museum

Stipendium in der Abteilung für Manufakturelle Schmuckgestaltung des Deutschen Technikmuseums Berlin

Tag: stipendium

Intro Aaron Fischer

 

Ein großes Hallo erst mal!

Hiermit meldet sich der 13te Stipendiat aus dem Museum! Auch Aaron genannt, manchmal auch Aaaron. Je nach Gusto.

Gästeausweis

Wie man schon auf dem Kärtchen sieht, bin nun ich schon fast zwei! Monate im Museum und melde mich somit etwas Spät. Ich habe mich leise und heimlich im Museum eingeschlichen. Der Erste Monat war noch etwas zerrissen mit Ausstellung und anderen notwendigen Reisen welche ich nicht vorhergesehen hatte.

Das hört sich jetzt so an als ob ich nichts gemacht hätte, was natürlich rein gar nicht stimmt!

Ich war schon fleißig und habe (fast) alle Maschinen und Techniken die es so hier gibt ausprobiert, vom Ausstanzen bis zum Zinngießen. Die Werkstatt und das Museum ist ein wahres Paradies und ein Spielplatz von Möglichkeiten den ich die nächsten Monate ausreizen werde.

Hier ein Kleiner Überblick der Sachen die ich bis jetzt ausprobiert habe :

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Besonders interessiert mich das prägen und die Neuanfertigung der Prägewerkzeuge, was mich auch schon im 4. Semester, im Rahmen des „Pforzheim Revisited“-Projekts beschäftigt hatte.

Wie man sieht habe ich passend zu Halloween schon Totenköpfe geprägt, das Gesenk dazu habe ich kurzer Hand in den noch weichen Stahl graviert. Probestücke lassen sich so schon herstellen aber auf lange Sicht muss der Stahl noch gehärtet werden.

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Auch die Herstellung von Dosen und Verpackung hat mich in den Vergangenen 2 Monaten nicht los gelassen. Als erstes habe ich eine Dose aus Prägeteilen des Museums gefertigt, welche eine eingebaute Schnappfunktion hat und danach eine rein Handgefertigte.

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Der Grund für die runde Dose war eine Überlegung: Wie kann man eine Versiegelte Verpackung machen, welche sich nach dem öffnen nicht mehr auf die selbe Weise versiegeln lässt aber trotzdem noch als Dose verwendbar ist. Eine Art Hybrid aus Überraschungsei und Fabergé. Ein Überraschungs Fabergé Ei sozusagen.

Für die Runde Dose fehlt noch eine Versiegelung, welche durch das Guillochieren einzigartig gemacht werden könnte. Ähnlich den Zeichnungen auf den Geldscheinen, wo auch das Guilloche zum Einsatz kommt.

Die Nächsten Wochen werde ich mich daran versuchen den selben Gedanken in Papier umzusetzen.

Gerade lasse ich eine Form 3D-Drucken mit der sich hoffentlich in frischer Papiermasse Teile für Dosen pressen lassen. Netterweise darf ich auch in anderen Abteilungen und Werkstätten arbeiten und somit werde ich demnächst ein wenig Zeit in der Papiermanufakur verbringen.

Was dann überhaupt in die Dose Kommt und ob die Form der Dose den Inhalt bestimmt, der Inhalt die Form der Dose oder ob die Dose an Sich der Inhalt ist und was das alles dann mit dem Prägen und dem Guillochieren auf sich hat, das sind die Fragen die in den nächsten Monaten geklärt werden!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

 

Heute beschäftigen wir uns mit allerhand fragen:

die wichtigste ist:

WARUM DAUERT ES SO LANGE ETWAS KOMPLETT FERTIG ZU MACHEN?
warum denkt man bei jedem neuen projekt, dass es diesmal schneller gehen müsste?
warum kommen die guten ideen aus heiterem himmel und nicht aus der hosentasche?
warum ist es unerträglich 10 angefangene schmuckstücke vor mir liegen zu haben und nicht zu wissen, wie man sie fertig machen will? sind es die schmuckstücke (beziehungsweise jene blechteile, die es mal werden wollen), die uns dieses latente schlechte gewissen aufhalsen?
warum funktionieren manche broschierungen und andere mechaniken im kopf besser als in der realität? – ist die realität unfähig sie zu bedienen?

antwortet auf meine fragen, und wenns nur EINE ist, die ihr beantortet!!!

unter den ersten hundert antworten verlose ich ein schmuckstück – hab dafür schon eine idee…

PS: warum ist in meinem kühlschrank gähnende leere?