Stipendium im Museum

Stipendium in der Abteilung für Manufakturelle Schmuckgestaltung des Deutschen Technikmuseums Berlin

4. Teil Lena Beigel

Zum Schluss…

noch ein kleines Anker-Intermezzo. Nach Ringen, Broschen und einem Koffer gesellen sich noch kleine Notizbüchlein hinzu. Ähnlich wie beim Koffer habe ich mehrere Anker nebeneinander geprägt. Verwendet wurde hierbei auch wieder das Buchbinderleinen in grau, rot und creme. In der Mitte des Hefts befindet sich eine kleine Besonderheit. Ich war im Museum noch Papierschöpfen. Hierfür habe ich ein Wasserzeichen in Form eines Ankers angefertigt. Nun befindet sich in jedem Heft eine Seite Lena-Spezial-Papier handgeschöpft und mit Ankerwasserzeichen.

Neue Prägeformen herstellen gestaltete sich schwieriger als gedacht. Über unter-schiedliche Ansätze versuchte ich neue Formen zum Prägen und Pressen herzustellen.

Ansatz 1: Direkt in Stahl gravieren – klappt, wenn man gut gravieren kann. Für mein Vorhaben – sehr akkurate und graphische Muster – bin ich leider zu ungeübt.

Ansatz 2: Massivprägeformen mit speziellem Giessharz  – Muster in Modellschaumstoff graviert und Positiv/-Negativform im Giessharz abgegossen. Die Massivprägungen funktionieren in Papier, Pappe, Holz und Leder. Leider ist Metall schon zu hart und hinterlässt seine Form eher im Kunststoff als anders herum.

Ansatz 3: Hohlprägeform mit speziellem Giessharz – Stück in Modellbauschaumstoff, dann in Gießharz abgeformt und Positiv-Teil gegossen. Erste Versuche zeigen, dass es funktioniert.

Hier noch ein Bild von der kleinen Abschlussausstellung, nach vielen Stunden Arbeit strahlen alle Lampen um die Wette.

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Nach 4 Monaten im Museum ziehe ich nun weiter, mit vielen guten Eindrücken, Erfahrungen und einer super Zeit, vielen Dank dafür!

3. Teil Lena Beigel

Der Oktober bricht an…

… nur noch einen Monat und dann ist meine Zeit hier im Museum vorbei 😦

Mein Lampen-Projekt habe ich fast durch. Von 9 Stück sind augenblicklich 5 1/2 fertig und der Rest in den kommenden Tagen. Die elektrischen Bauteile haben noch ein paar Probleme bereitet. Leider darf man die nicht einfach selbst zusammenklemmen (sowas zieht einen unendlich langen Rattenschwanz hinter sich, falls man die Stücke später verkaufen will). Deshalb verwende ich jetzt fertige Elemente anstatt der ursprünglich selbst zusammen gebauten Fassungen und Kabel, die auch in der kommenden Woche geliefert werden  – und dann strahlen die Leuchten endlich!

Das Guilloche-Muster beschränkt sich auf ein Zickzack, mit dem die alle Muster erstellt wurden. Metall, Holz und transparentes Acrylglas werden zu den leicht grünlichen bzw. farblosen guillochierten und gebogenen Flächen kombiniert.

 

Zwischendrin war auch noch das Stipendiatentreffen in Pforzheim bzw. bei der Firma C. Hafner. Es war wirklich schön, die ehemaligen Stipendiaten zu treffen und sich auszutauschen.

Die letzten Wochen im Museum möchte ich gerne noch nutzen, um mich mit der Herstellung von eigenen Prägeformen zu beschäftigen. Einerseits durch gravieren in Stahl und andererseits mit einem speziellen Kunststoff, den mir Fabian empfohlen hat. Mal sehen, ob das was wird und was raus kommt.

Hier noch ein Foto von meinem Ausflug aufs Museumsdach mit Gabi Wohlauf. Abgefahrene Architektur da oben!img_8354

 

2. Teil Lena Beigel

Viel los im August! Einerseits waren in der ersten Monatshälfte viele, viele Besucher im Museum, aufgrund des doch wechselhaften Wetters und andererseits war hier auch einiges geboten.
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Anfang des Monats – die Kinderkofferaktion
Da mach ich doch gleich mal mit! Die zwei Buben und ich waren fleissig am Koffer basteln. Meiner ist mit Leinenstoff bezogen und mit dem Anker geprägt. So reiht sich dieser prächtige Koffer wunderbar in die Reihe „Der Anker und ich“ ein.
Mitte des Monats – Seminar mit Goldschmiedeschülerinnen aus Hanau
Natürlich waren auch die Profis auch Pforzheim wieder mit dabei. Eine Woche lang bekamen die Mädels einen tollen Einblick in die alten Techniken. Und wenn die Profis schon mal da sind, werden auch gleich meine kleinen Problemchen gelöst. So hatte ich beispielsweise immer Ärger mit der Prägung des Ankers in den Stoff. Er riss immer wieder an einigen Stellen auf und ergab unschöne Löcher. Nach einer halben Stunde tüfteln mit Fabian und Walther war das Problem gelöst 🙂
Nun zu dem guillochierten Acrylglas, daraus werden Lampen entstehen. Nach verschiedenen Materialkombinationen und Mustern entstanden die ersten Entwürfe auf dem Papier.
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Im CAD wurden die genauen Maße bestimmt und an die Guillochiermaschinen-bedingten Gegebenheiten größentechnsich angepasst. Das Bauen der einzelnen Halterungen nimmt leider einiges an Zeit in Anspruch.
Windows Phone_20160830_17_19_10_ProGeplant sind bis jetzt 3 Gruppen mit je 3 Lampen – in den Kombinationen Holz-Acryl, Metall-Acryl und Acryl-Acryl.

 

Und zum Abschied aus dem August rein in den September durfte ich noch eine kleine Flugstunde im Flugsimulator absolvieren.

1. Teil Lena Beigel

Hallo aus Berlin! Nun bin ich schon fast einen Monat im Museum und hab mich dort ganz gut eingelebt. Anfangs war ich etwas überfordert mit den all Möglichkeiten und den für mich zum Teil neuen Techniken, Maschinen und Geräten. Also war der Plan: Beginne auf der einen Seite und arbeite dich zum anderen Ende der […]

über 1. Teil Lena Beigel — Stipendium im Museum

1. Teil Lena Beigel

Hallo aus Berlin!

Nun bin ich schon fast einen Monat im Museum und hab mich dort ganz gut eingelebt. Anfangs war ich etwas überfordert mit den all Möglichkeiten und den für mich zum Teil neuen Techniken, Maschinen und Geräten. Also war der Plan: Beginne auf der einen Seite und arbeite dich zum anderen Ende der Werkstatt einfach mal durch die Maschinen durch.

Angefangen habe ich mit dem Fallhammer und der Spindelpresse. Das verbuche ich mal unter dem Titel  „Der Anker und ich“. Denn zu Beginn habe ich mir als Form den Anker ausgesucht. Einfach so – weil er mir gefällt.

Da man nicht nur Metall prägen und pressen kann, bin ich in den Bastelladen und hab mir diverse Materialien besorgt und unter den Fallhammer gelegt. Gut – dass Plexiglas springen würde hätte man sich vorher denken können. Aber mit dem Holz hat es dafür dann doch erstaunlich gut funktioniert!

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Von diesem Buchbinde-Stoff durchaus angetan, entstanden hieraus auch ein paar Broschen – natürlich mit dem Anker versehen! Der grafische Kreis bildet einen schönen Rahmen, gibt einen guten Kontrast und lässt das Motiv nicht kitschig wirken.

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Eigentlich wollte ich mich von der einen Seite auf die andere durcharbeiten. Aber Pläne sind da, um sie über den Haufen zu werfen. Also gleich ans andere Ende zu den Guillochier-Maschinen.

Guillochieren kenne ich schon ein bisschen und fasziniert mich. Ich habe damit angefangen Acrylglas zu guillochieren und versuche nun, die mit Muster versehenen Platten ins rechte Licht zu rücken… die Ideen dafür sprudeln gerade so aus mir heraus und ich teste nun, was geht und was nicht. Hier schon mal ein kleiner Einblick, was da kommen mag….

Auch „Der Anker und ich“ geht in die nächste Runde ! In dieser Kombination mit dabei: Der Stoff….

Immaterielles Kulturerbe und Aktionstag!

Während meiner Zeit hier in Berlin darf ich bei einer schönen Veranstaltung dabei sein. Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ im Deutschen Technikmuseum ist im März feierlich in das „Register guter Praxisbeispiele“ der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen worden. Um dies zu würdigen und vor allem um diejenigen zu ehren, die mit ihrem Engagement das Projekt zum Leben erweckt haben und am Leben halten, gibt es am 15. April eine Feier im Museum hier in Berlin. Dabei wird auch erstmals der neue Film über das Projekt gezeigt. Für mich ist es sehr schön die Geschichte der Abteilung „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ und der Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“ noch einmal genau zu erfahren und alle Gesichter der Gruppe kennenzulernen. Besonders freut es mich natürlich die „Old Masters“ Werner, Walter, Herbert und Elmar aus Pforzheim wieder zu sehen. Des Weiteren ergab sich die schöne Gelegenheit Frau Birgitta Haffner von der Firma C. Hafner persönlich kennenzulernen, der Firma, die mein Stipendium so großzügig finanziert und mir diese Erfahrungen ermöglichen. Es ist ein rund um schöner und festlicher Abend mit vielen netten Gesprächen.

aktionstag

Am nächsten Tag, den 16. April gibt es einen Tag der offenen Tür in der Schmuckwerkstatt. Um auch die Museumsbesucher an der Feier über die UNESCO-Aufnahme teilhaben zu lassen, gibt es die Möglichkeit nicht nur den Maschinen und Meistern bei der Arbeit zu zusehen, sondern sogar selbst Hand anzulegen. Eine ganz große Ausnahme! Nachdem die Emailleurin der Gruppe leider krankheitsbedingt nicht dabei sein kann, bin ich eingesprungen, arbeite fleißig am Emailofen und stelle mich den Besucherfragen zum Thema Emaillieren. Alle haben viel Spaß und nicht wenige Besucher fragen, wann es denn das nächste Mal einen solchen Aktionstag gäbe.

2. Teil Katharina Wolf

Vertiefung

Emaillieren: Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Ich mag diese uralte Technik mit ihren besonderen Farben und dem unverwechselbaren Glanz. Im Schmuckbereich wird es immer weniger verwendet, weil Lacke einfacher und günstiger sind und zudem nicht so extrem hohe Temperaturen benötigen. Ich muss zugeben, die dauerhafte Verbindung von Glas und Metall hat so ihre Tücken, aber vielleicht ist es auch gerade das was mich daran reizt.

emailtisch

Das Museum ist fürs Emaillieren gut ausgestattet. Es gibt einen großen Brennofen und eine Vielzahl an Farben. Die Angaben zu den Schmelztemperaturen und die Farbmuster sind jedoch unvollständig, weshalb ich mit einigen Farbversuchen auf unterschiedlichem Untergrund starte. Angefangen bei den opaken Farben arbeite ich mich zu den anspruchsvolleren Transparenten vor.

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Dazwischen unternehme ich einige Versuche mit eingebrannten Graphitzeichnungen und durchgebranntem Emaille, so gefertigt, dass man die Möglichkeit hat sie als Ohrringe zu tragen.

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Auch die Muster die ich mit der Dessinwalze auf die Bleche gebracht habe lassen sich gut emaillieren. Durch die Farbe kommen die gewalzten Muster noch deutlicher zur Geltung. Besonders bei den dunklen Farbtönen muss ich darauf achten, das Emaille dünn und gleichmäßig aufzutragen um einen schönen Kontrast zu erzeugen.

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In einem weiteren Schritt stelle ich die verschiedenen Walzmuster und Ovalformen zu größeren Kompositionen zusammen. Allerdings muss ich dazu löten. Nachdem die Temperatur im großen Ofen des Museums nur sehr schwer zu kontrollieren ist gelingt nicht jeder Versuch auf das erste Mal. Einige Teile fallen mir auseinander kaum dass das Emaille anfängt zu schmelzen. Manche Farben eignen sich besser als andere.

kompositionen

Alternativ zum Löten probiere ich es jetzt mit Abwicklungen und sich überlagernden Blechen. Die dadurch erzeugte Räumlichkeit finde ich gut, allerdings bin ich mit meiner Blechgröße durch die Breite der Dessinwalze begrenzt, weshalb sich hier nur kleine Teile herstellen lassen. Außerdem fehlt mir die Möglichkeit mehreren unterschiedliche Muster in einem Stück zu kombinieren. Es heißt also dran bleiben.

1. Teil Katharina Wolf

Überblick

Hallo Berlin! Hallo Technisches Museum! Hallo Stipendium!

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Hier bin ich, motiviert viel auszuprobieren und neue Wege im Schmuck zu entdecken. Nachdem ich von Andrea sehr nett empfangen wurde kann es sofort losgehen.

Um einen Einstieg zu finden und weil ich noch nicht sicher weiß, worin ich mich vertiefen möchte, arbeite ich mich zu Beginn einmal quer durch die ganze Abteilung Manufakturelle Schmuckgestaltung. Von den Guillochiermaschinen geht es über den Zinnguss zu den Dessinwalzen und von dort weiter an die Spindelpressen, bis ich letztlich bei den Fallhämmern ankomme.

Weil ich das im Museum täglich gefragt werde, hier für alle die bisher noch nichts darüber gehört haben eine kurze Erklärung was Guillochieren ist: „Man versteht darunter eine spezielle Technik, bei der mit einem Stichel an einer Guillochiermaschine exakte, geometrische Muster in eine metallische Oberfläche geschnitten werden. Das Muster entsteht durch die Kombination von Zickzack-, Wellen- oder geraden Linien.“

Die strengen, akkuraten Linien liegen mir persönlich eher weniger. Deshalb will ich in meine Gestaltung mehr Natürlichkeit und Leichtigkeit einfließen lassen. Vielleicht auch als Gegenpol zum technischen Umfeld des Museums oder aus Sehnsucht nach dem Frühling – der mir in den ersten doch sehr grauen Wochen in Berlin fehlt – schneide ich an der Guillochiermaschine Blumenwiesen, Libellenschwärme, Schneeglöckchenfelder, Fische, Seerosen und Wälder ins Messingblech.

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Die anschließenden Maschinen, die Dessinwalzen, sind neu für mich. Damit habe ich vorher noch nie gearbeitet. An ihnen lassen sich Muster, die sich auf der Walzrolle befindet ins Material eindrücken. Spannend finde ich es die Muster nicht wie üblich, in Draht oder schmale Blechstreifen einzuwalzen um so mit wenig Zeitaufwand Armreife herzustellen, sondern die Struktur auf ausgestanzten Metallblättchen zu übertragen. Die dabei entstehenden Fragmente der Muster finde ich interessant und durch das Walzen werden die Außenkonturen der Blechteile weiter verformt. Dabei ist es vom Zufall abhängig welchen Teil des Musters ich erwische und je nach Positionierung, wie die Verzerrung ausfällt. Ich versuche auch größere Flächen mit Mustern zu überziehen, indem ich die Bleche mehrmals hintereinander versetzt walze.

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Beim Prägen entdecke ich kleine, flache Gesenke. Ich weiß nicht genau wofür diese ursprünglich mal verwendet wurden, ich vermute für Ringe oder Manschettenknöpfe. Die ausgesägten Teile stelle ich zu kleine Faltern zusammen.

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Das Pressen kenne ich bisher schon am besten, da ich während des Pforzheim-Revisited-Projektes damit bereits gearbeitet habe. Auch jetzt suche ich mir wieder alte Ringformen aus und presse diese. Durch Zufall entdecke ich, dass durch einen schwach ausgeführten Hammerschlag die Form nicht völlig abgebildet wird und stattdessen gespannte Flächen entstehen. Diese Imperfektion lässt die eigentliche Ringform nur erahnen. Ich finde dieses Zwischenstadium besonders spannend, weil es wie eine Momentaufnahme ist, so als müsste sich der Ring noch entscheiden welche Form er einnehmen will.

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3. Teil – plissiertes Blech – working in process

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Brosche

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Modelle für Ohrringe

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Bachelor Vormodelle Material: Textil

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Ohrringe

 

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Ohrringe

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Kettenanhänger

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Draht Experiment

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Teil 2 – plissiertes Blech – alleine im Museum

Montags ist das Museum immer geschlossen. Somit war ich gestern ganz alleine in der Schmuckabteilung. Ich muss zugeben es ist immer etwas unheimlich, wenn alle Lichter im Museum aus sind und nur in der Werkstatt das Licht des Lötkolbens flackert. ^^
Bei so viel Ruhe lässt es sich gut arbeiten. 🙂

plissiertes Blech