Stipendium im Museum

Stipendium in der Abteilung für Manufakturelle Schmuckgestaltung des Deutschen Technikmuseums Berlin

ENDE UND ANFANG

Die drei Monate vergingen schnell, aber es gibt noch eine andere Möglichkeit zu bleiben, nämlich in meiner Arbeit präsent zu sein.

Während dieser Zeit habe ich das erreicht, weswegen ich hierher gekommen bin. Aber die neue Entwicklung meiner Arbeit hat mir ein neues Glück beschert.

Was ist das?

In meinem Projekt geht es darum, über die Beziehung zwischen sozialen Klassen nachzudenken und dies in ein tragbares Kunstwerk mit meiner künstlerischen Sprache, die aus manuell gelöteten Schichten besteht, zu übersetzen.

Mein Plan ist, dass das ganze Projekt aus fünf Stücken besteht. Sie bilden einen Zyklus, den ich als einen einfachen Zyklus der sozialen Klassenbeziehungen nenne, nämlich Harmonie, Fluktuation, Protest, Widerstand, Zerstörung. Aber Nach der Zerstörung folgt der unvermeidliche soziale Wiederaufbau und die anschließende Rückkehr zu einem Zustand der Harmonie.

Diese fünf Werke stellen eine Evolution von Zuständen dar, und jede Evolution basiert auf der vorhergehenden, so dass sie nicht nur einen gestalterischen, sondern auch einen inneren semantischen Zusammenhang darstellen.

Die Akkumulierung von kleinen gepressten Elementen ist immer die wichtigste künstlerische Sprache bei der Präsentation von dem visuellen Effekt des Werkes, aber die Kettenglieder sind auch das Hauptmedium, durch das ich meine Gedanken über die sozialen Klassenbeziehung und Klassenverhältnisse in meine Arbeit übersetze. Es scheint mir, dass die vier verschiedenen Größen von den Kettengliedern durch bewusste Organisation and Anordnung die soziale Situation der verschiedenen Klassen besser vermitteln können, kann man auch kurz sagen, dass unteren Klassen die höheren Klassen umgeben, während die unteren Klassen immer einen hohen Anteil einnehmen. Das Spiegelbild in der praktischen Arbeit ist, dass die kleineren Ösen (Menschen aus der Unterschicht) immer die größeren (Menschen aus der Oberschicht) umgeben.

Der Kontrast zwischen dem Silberlot und den Kettengliedern in Messing wird normalerweise als einen Fehler in den traditionellen Gold- und Silbergoldschmiedentechniken angesehen, aber in meiner Arbeit ist sie ein wesentlicher Faktor. Dieser Farbenreichtum ist wie die Vielfalt in der Gesellschaft, auch der sichtbarste und intuitive Ausdruck des Zustandes, in dem ich mich bei dem Prozess der Schaffung meiner Arbeit befinde. Meine Emotionen und Wahrnehmungen während des Herstellungsprozesses wirken sich jederzeit auf die Qualität und Wirkung vom Löten aus, was sich direkt in der Menge und dem Fluss der Lote widerspiegelt, so dass ich meinen eigenen Körper und meine eigene Seele durch die Gipsschichten und die Lötschichten in meine Arbeit integrieren kann.

Prozess

Die Idee wird durch das kontinuierliche Konstruieren neuer Lötschichten aus dem Gips heraus verwirklicht. Die Konstruktion der Struktur hängt von der Wahrnehmung ab und steht damit unter gestalterischer Kontrolle.

Im Gegensatz zum 3D-Druckprozess kann ich jeder Zeit auf die Entwicklung reagieren, Änderungen oder Veränderungen in die Struktur einbringen, die Form während dem Machen entwickeln und verschärfen, andere Teile als die Basiselemente entsprechend einbinden. Ich versuche den konkreten und abstrakten Raum in die Werke zu integrieren und sie so Räumlichkeit zu verleihen.

Das erste Werk in einer Serie und die gestalterische Grundlage aller Werke

Ich habe dieses Werk in den letzten 20 Tagen während meines Aufenthalts im Technikmuseum fertiggemacht. Ich habe viel über seine Form nachgedacht, weil es so wichtig ist, dass jedes Werk von der ganzen Serie aufgrund von ihm entwickeln wird.

Besondere Ausstellung

Es war geplant, die Präsentation über die Ergebnisse meines Aufenthalts nach den Coronavirus-Auflagen abzusagen, aber schließlich entschied Andrea sich, die Ausstellung abzuhalten.

Natürlich dachte ich, es wäre eine großartige Gelegenheit, dem Museumspersonal den Prozess meiner Experimente und die Ergebnisse zu zeigen, und noch mehr über die Kreativität der Schmuckproduktionsabteilung zu zeigen.

EIN ZUSÄTZLICHES GESCHENK

Die Befürwortung von Frau Ruth Reisert-Hafner ist sicherlich ein großer Auftrieb für mich.

Sie haben mir per Email geschrieben, Sie machen sich viele Gedanken, die Sie in Ihre Arbeit übertragen, sowohl was das Material als auch den geistigen Inhalt betrifft. So wird diese Arbeit am Ende ein Stück, das für eine Ausstellung im Museum ohne Frage bestens geeignet ist. Wir möchten gerne unseren Beitrag hierzu leisten und Ihnen das gewünschte Material, das Ihr Guthaben in nur geringem Masse übersteigt, gerne kostenlos zur Verfügung stellen. Wir freuen uns natürlich ebenso über ein gelungenes Meisterwerk, das von einem unserer Stipendiaten geschaffen wurde.

67 TAGE AUSPROBIEREN

KONZEPT

Ich möchte die gesellschaftlichen Geschichte durch meine künstlerische Sprache erzählen, die die manuelle additive Herstellung mit sich bringt. Ich betrachte jedes Kettenglied als eine Person. Die Menschen bilden zusammen die Gesellschaft, und sie werden gleichzeitig in verschiedene Klassen eingeteilt, die in meiner Arbeit die verschiedenen Lötschichten in Metall sind. Eine relativ starke Gesellschaft wird durch die Zusammenarbeit jedes Einzelnen gebildet, aber die Abstände zwischen den Schichten sind nicht leicht zu überbrücken. Ich hoffe, dass die Zuschauer durch meine Stücke diese Kluft zwischen innen und außen, diese unüberwindbaren Klassendifferenzen spüren können, damit sie sich mit diesen sozialen Fragen direkter auseinandersetzen können.

Damals habe ich nicht direkt darüber nachgedacht, was das letzte Stück sein würde, aber jetzt betrachte ich es aus einem retrospektiven Blickwinkel, also schreibe ich die Präsentation des letzten Stückes in meinem Konzept mit.

Das Projekt will ich durch die Erzählung einer Geschichte darstellen.

Werk 1: zeigt eine relativ harmonische Gesellschaft, die sich aus verschiedenen Klassen zusammensetzt, wobei die höheren Klassen von anderen niedrigeren Klassen unterstützt werden.

Werk 2: Die Klassenverhältnisse können sich wegen des Strebens der Unterschicht nach mehr Interessen verschieben.

Werk 3: Aber die höheren Klassen sind oft in einem Konflikt um ihre Eigeninteressen mit anderen Klassen und ignorieren oft die Interessen der unteren Klassen, und es kann sein, dass sie anfangen zu rebellieren, zum Beispiel durch Demonstration.

Werk 4: Mit der Eskalation von Konflikten nehmen Formen des Widerstands zu, wie bewaffneter Gewalt.

Werk 5: Wenn der Kampf erfolgreich ist, lösen sich die unteren Klassen dann von die Beherrschung der höheren Klassen, und die soziale Ordnung kann wieder hergestellt werden. Dies ist ein zyklischer Schritt, denn unabhängig davon, ob der Widerstand erfolgreich ist oder nicht, kehrt die Gesellschaft immer zu einem relativ stabilen Zustand zurück, wenn auch mit einer anderen Verteilung der Klassen.

PROZESS VON DEN EXPERIMENTEN

Von Anfang an habe ich eine Planung gemacht, 2 Monate lang zu experimentieren, um mehr von den Möglichkeiten im Technikmuseum zu entdecken und auszuprobieren. Am Anfang kombinierte ich einfach die Struktur aus der Lötschicht von 3D-HAND mit dem Prägen durch die Handspindelpresse, um einige Variationsformen von der Oberfläche zu schaffen, und dann kombinierte ich nach und nach den Prozess und das Ergebnis des Pressens mit der Semantik der Arbeit.

Hier werde ich, in chronologischer Reihenfolge, einige der experimentellen Ergebnisse auflisten, die ich in diesem Prozess bedeutsam finde. Einige Proben davon wurden vielleicht nicht in der endgültigen Arbeit verwendet, aber mein Denken hat sich mit diesen Experimenten vertieft.

EXPERIMENT 1

Während ich mit der Prägemaschine experimentierte, entdeckte ich weitere Möglichkeiten, Lot als dekoratives Element zu verwenden.

Ich habe versucht, diese dekorative Sprache weiter zu verwenden, um einige symbolische Objekte darzustellen, die den Abstand zwischen den Klassen darstellen können, wie Mauern, Stacheldraht und so weiter. Bei meinen Experimenten stellte ich fest, dass die Lücken einiger ketten sehr eng werden, wenn man sie prägt, und nachdem kann man mit dem Lot diese Lücken füllen, dass man nach dem schleifen und Polieren ein regelmäßiges aber einzigartiges Muster wie Ziegelwand schaffen kann.

Dafür habe ich weiter gedacht, ob die Silberkette mit dem Weichlot verlötet wird, dieses grau-gelbe Lot werde einen scharfen Kontrast zum Silber entstehen. in scharfem Kontrast zum Silber steht, aber mit einem sanften optischen Effekt.

EXPERIMENT 2

In dieser Richtung habe ich versucht, die Kettenglieder flach aufeinander zu stapeln. Ich imitierte die Treppen, weil ich denke, dass die Treppen auch die sozialen Klassen suggerieren können. Wie die Bilder gezeigt, fand ich nach der Überlappung und dem Verlöten mit meiner am häufigsten verwendeten Kettengliedform heraus, dass diese regelmäßige Anordnung tatsächlich so etwas wie organische Strukturen, wie z.B. Pflanzen, erzeugen kann. Und ich habe gedacht, ob ich die Ausrichtung des einzelnen Elements kontrollieren kann, um einen mehr einheitlichen visuellen Effekt zu führen.

Nachdem ich ein weiteres Experiment gemacht hatte, bei dem ich begann, andere Kettengliedformen zusammenzulöten, dadurch dass ich fest stellst, dass einen anderen visuellen Effekt verliehen wird. Ich habe das ganze Stück mit der Prägenmaschine gepresst und war von dem Ergebnis fasziniert, wie eine stoffähnliche Textur.

EXPERIMENT 3

Ich versuchte, mit verschiedenen Methoden zu experimentieren, um einen Hohleffekt zwischen den Schichten nach dem Pressen ihrer Ränder zu erzielen, um eine visuelle Transparenz und ein Gefühl für den Abstand zwischen den Schichten zu erhalten. Die Form jeder Schicht wurde durch dem Löten auf der Form des Gipses gesteuert und sie dann zusammengepresst. Aber es gibt noch eine andere Idee. Ich löte jede Metallschicht zuerst flach, und bevor ich sie zusammen presse, presse ich jede Fläche Schicht durch die verschiedenen gewünschten Harzgesenke ( RenCast CW 2418-1 mit Härter HY 5160 ), wobei ich denke, dass die Metalloberfläche interessantere Variationen erzeugen werden können, weil ich die Harzformen relativ frei gestalten kann.

EXPERIMENT 4

Im Laufe meiner Experimente kam mir beim Pressen der geschweißten Arbeit eine neue Idee, ob jedes Kettenglied als kleines Element gepresst werden darf. Dadurch könnte ein andere Effekt erzielt werden. In meinem Experiment habe ich zuerst das Kettenglied flach gepresst, dann zusammengelötet und wieder mit dem Kugelpunzen gepunzt. Danach habe ich das in eine relativ dreidimensionale Struktur umgewandelt.

EXPERIMENT 5

Was die Textur betrifft, so dachte ich, dass es auch eine gute Richtung ist, um die Eigenschaften der verschiedenen Klassen auszudrücken, und die Idee ist nun, dass die Oberfläche glatter wird, wenn die Klassen nach oben gehen. Ich kann bewusst auf der gepressten Oberfläche auf den verschiedenen Schichten arbeiten, möglicherweise direkt durch die Verarbeitung auf dem alten Gesenk aus dem Technikmuseum.

Hier habe ich mit zwei einfachen Oberflächentextur-Erstellungen begonnen, und ich bin mit den Ergebnissen zufrieden, aber es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten, die ich brauche weiter finden.

EXPERIMENT 6

Zu dieser Zeit begann ich mit der Herstellung von den Gesenken mit dem Harz, und natürlich gab es einige Probleme, die später gelöst wurden, indem ich Fabian, den Leiter in der Werkstatt im Emma, fragte. Ich hoffte vor allem zu sehen, ob eine relativ scharfe Form durch der Prägemaschine mit dem Gesenk gepresst werden konnte, und es stellte sich heraus, dass sie das konnte. Vielleicht ist die Gestaltung nicht so scharf wie die durch das Gesenke in Stahl gepresste, aber ich denke, dass sie meinen Erwartungen entspricht.

Damals war ich von zwei Dingen überrascht. Erstens, dass die Oberflächenstruktur des zusammengelöteten Netzes während des Pressvorgangs teilweise verzerrt wurde, was mit dem gegenseitigen verbalen und physischen Konflikt des Klassenkampfes, was ich immer zu vermitteln versuche, gut funktioniert. Das zweite ist, dass ich bin fähig, zerstörte Gestaltungen zu schaffen, wenn ich die Struktur von der Lötschicht vor dem Pressen bewusst kontrolliere.

EXPERIMENT 7

Das Experiment sollte sich mit der Frage beschäftigen, wie Strukturen mit voneinander getrennten Schichten hergestellt werden können. Aber als ich meine Arbeit mit Silvia besprach, Sie erwähnte Kuhglocken, weil ich erwähnt hatte, dass Schichten aufeinander prallen und Lärm machen. Und die Kuhglocke, als eine Möglichkeit für die Menschen, die Viehherden zu kontrollieren und zu managen, ist in Wirklichkeit eine Form der Ausbeutung und Unterdrückung für sie. Das ist geleich wie der aktuelle Zustand der Menschen, die sich in der sozialen Unterschicht befinden. Dieses Element der Kuhglocke gab mir mehr Ideen zum Tragen und Styling, z.B. ob es möglich ist, dass durch den Tragen in einer Weise von der Kuhglocke die Töne vergrößert werden können. Dadurch ist es möglich, dass der Ton zu einem Geräusch wird, das den Träger quält. Dann können die Menschen auch dieses Unbehagen ebenfalls erfahren.

EXPERIMENT 8

In diesem Experiment versuchte ich, den Sandguß mit meiner Arbeit zu kombinieren, weil ich meine künstlerische Sprache auf natürliche Weise mit dem Körper verbinden möchte. Die experimentellen Ergebnisse zeigten, dass es vernünftig war, dass das Metall gut in den mit kleinen Elementen zusammengeschweißten Hohlkörper fließen würde. Aber ich war am meisten überrascht, dass das Metall fließt durch den Bereich, in dem sich alle zusammengeschweißten Kettenglieder wieder getrennt haben, aber sie sind fest mit dem darunter liegenden Metall verbunden.

EXPERIMENT 9

Diese Richtung, als ich die verschiedenen Maschinen in der Technikmuseum beobachtet, fand ich. Damals sah ich eine Maschine, die eine Hohlkugel durch ein Scharnierrohr durch zwei positive Formen erzeugen kann, und dann fragte ich mich, ob ich auch mit zwei positiven Gesenken meine Arbeit prägen kann.

EXPERIMENT 10

Bei den Experimenten zum Schaffen der Struktur der Oberfläche durch die Prägenmaschine bevorzuge ich persönlich die zwei Ergebnisse, und ich habe die Inspiration, die aus das Gesenk – zwei positive Gesenke – von der Dessinwalzenmaschine im Technikmuseum kommt, auch auf das Pressen angewendet, um eine ähnliche Struktur für die beiden Seiten jedes Elements zu machen.

Ich muss sagen, als ich die Stahlgesenke herstellte, hatte ich ein ernsthaftes Problem mit dem Stahl, den ich bei Amazon gekauft hatte, weil er zu weich war, was dazu führte, dass sich das Gesenk beim Prägen immer verformte, und obwohl Andrea und ich diese Gesenke aufgrund von einem Online-Video gehärtet haben, waren die Ergebnisse nicht unterschiedlich.

Ich muss Fabian an dieser Stelle nochmals danken, denn als ich ihn nach dem Technikproblem fragte, antwortete er sehr schnell mit sehr ausführliche Informationen, einschließlich der Schritte zur Härtung, und welche Stahllegierung besser für die Herstellung von Pfaff ist, usw.

EXPERIMENT 11

Für die Experimente in diesem Monat habe ich versucht, die geprägten Elemente in einer einfachen Form vom Schmuck zu präsentieren, weil es intuitiver ist, zu sehen, ob eine neue Struktur oder ein neues Element weiterentwickelt werden soll. Hier habe ich die Struktur 1 durch Kugelpunzen gearbeitet, so dass jedes Element verwölbet wird. Gleichzeitig habe ich mit der Struktur experimentiert, um zu wissen, ob ich die Rohrform perfekt löten kann, und natürlich auch, ob der Übergang zwischen den Innenwänden natürlich ist. Das Ergebnis zeigt, dass ich mit dem wellenförmigen Rhythmus und der Ästhetik der Oberfläche zufrieden bin, obwohl die Struktur der Oberfläche wegen des Lotflusses beim Löten geschwächt wird. Für dieses Oberfläche will ich auf unisex Schmuck anwenden.

EXPERIMENT 12

Für dieses Experiment wurde die gleiche Oberfläche verwendet, aber ich habe ein größeres Kettenglied verwendet, da die größere Fläche die Struktur der gepressten Oberfläche besser wiedergeben kann. Außerdem habe ich in meinen früheren Experimenten gefunden, dass ich durch den Sandguss den zusammengelöteten Volumenkörper in die sogenannten Schmuckteile auf natürlichere Weise besser integrieren kann. Es ist auch natürlich nicht ausgeschlossen, dass beispielsweise die Form des Ringes direkt durch Löten geformt werden kann. Bei diesem Experiment achtete ich besonders auf die Anordnung der Elemente und versuchte, ein Gleichgewicht zwischen Ordnung und Unordnung zu schaffen.

EXPERIMENT 13

Das ist letztes Experiment in meinem Aufenthalt im Technikmuseum und auch die richtige Richtung für meine Endarbeit.

Die Frage, über die ich in den letzten zwei Monaten nachgedacht habe, ist, wie ich die gesellschaftlichen Klassen mit den gelöteten Schichten in meinen Arbeiten verbinden kann. Am Anfang verfolgte ich nur die Weise von der Überlagerung der Schichten, die ich in meiner Abschlussarbeit entwickelt habe. Aber in dieser Weise ist jede Schicht voneinander getrennt, nur durch die Grenze zusammengelötet. Deswegen gibt es ein technisches und auch ästhetisches Problem über die Unnatürlichkeit der Drehungen und Wendungen.

Diese Form wurde von einer Zeit inspiriert, als ich einen Apfel aß. Als ich den gegessenen Apfel sah, fragte ich mich sofort, ob die erste Schicht in einer Sanduhr-Form mit dem Gips aufgebaut und darauf mit den gepressten Kettengliedern gelötet werden könnte, um einen von innen nach außen umdrehenden Raum zu schaffen. Auf diese Weise würden alle Elemente auf einer Oberfläche präsentieren, aber mit einem reichen dreidimensionalen Raum, der durch die Drehung der ganzen Oberfläche entsteht, was nur von Hand durch die manuelle additive Fertigungsmethode aus 3D-hand erreicht werden kann.

Alle Elemente befinden sich auf einer Ebene, was eine gute Weise ist, um mein Verständnis für die gesellschaftlichen Klassen auszudrücken. Obwohl es Klassen gibt, leben wir noch alle unter demselben Himmel, aber mit dem Aufkommen der sozialen Arbeitsteilung kamen Klassen hinzu, was der Drehung der Fläche in der Arbeit entspricht, denn diese Veränderung wird von jedem Element, es kann man auch dem Menschen sagen, vorangetrieben. Die Abstand in gedrehter Fläche ist eine bewusste Einstellung von mir, weil ich die Schwierigkeit der Zirkulation zwischen den Klassen zum Ausdruck bringen wollte.

Ich habe hier die Oberfläche 2 – mehr Elemente – Punkte – auf einem Element – verwendet, weil ich diesen akkumulierten Effekt verstärken will. Dann kann jedes Kettenglied eine Gruppe darstellen. Gleichzeitig zeigt die Kombination von Messing und Silberlot einen Kontrast zwischen den Farben aber harmonisch, was man auch in sozialen Klassen findet.

Ich muss sagen, dass das ganze Experiment für mich ein zufriedenes Erlebnis, obwohl das sehr zeitaufwendig ist. In dieser Probe habe ich nicht zu viel über die Gestaltung nachgedacht, aber der Erfolg der Konstruktion des ganzen Raumes und der visuelle Effekt der geprägten Elementen nach dem zusammenlöten gibt mir einen entsprechenden und befriedigenden Ausdruck für die gesellschaftliche Klasse.

RÜCKBLICK VON JETZT AN

Heute ist der dritte Tag nach meinem dreimonatigen Aufenthalt, und ich beginne, auf diesen dreimonatigen Zeitraum zurückzublicken und sie kritisch zu betrachten.

Ich habe nicht aktuell im Blog während des Aufenthaltes geschrieben, weil ich mein Leben durch einen andere Zugang zusammenfassen will.

Ich erinnere mich, als ich mich um dieses Stipendium bewarb, ging es mir darum, mein Abschlussprojekt weiterzuentwickeln. Ich hatte damals zu wenig Zeit, um das neue Lötverfahren, das ich geschaffen hatte, nahtlos in meine praktische Arbeit und die Äußerung meiner eigenen Meinungen zu integrieren.

Dennoch habe ich in meiner In meiner Abschlussarbeit 3D-Hand die Möglichkeit der Beziehung zwischen neuen und alten Technologien gefunden, eine Technik, die zwar von dem Prinzip der additiven Fertigung des 3D-Druckers inspiriert ist, aber dennoch das Handwerk voll feiert. Durch die akribische Verbindung kleiner Einzelelementen wachsen die Formen meiner Arbeit organisch in Schichten. Die überlappende Volumen, Formen in Formen und Hohlkörper in der Struktur werden erzeugt. Die Transparenz der Formen und der fast pointillistische Eindruck durch die Ansammlungen kleiner Elementen verleihen den Arbeiten einen visuellen flüchtigen Augenblick, gleichzeitig eine körperliche Robustheit. 

Und diesmal konzentrierte mich ich hauptsächlich weiter mit der Entwicklung einer Richtung mit dem Kettenglieder als Basiselemente.

Fotografin Petra Jaschke

Besondere Zeit, neue Impulse

Seit Februar dieses Jahres 2020 befindet sich die Welt aufgrund der Coronavirus Pandemie in einer seltsamen und düsteren Stimmung. Wir sind alle durch Masken versteckt, und die Entfernung zwischen uns hat sich unendlich vergrößert, während die Zahlen der Infektionen und Todesfälle täglich in den sozialen Medien aktualisiert werden.

Gleichzeitig geschahen noch mehr unangenehme Dinge. Es gabt aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus Unruhen in den USA, die ursprünglich durch die Ermordung von George Derek ausgelöst werden, der am 25. Mai von einer weißen Polizei getötet wurde. Viele Menschen aus der ganzen Welt haben dann begonnen, auf die Straße zu gehen, um gegen diesen Fall zu protestieren und sich für den aktuellen Lebensstand der Schwarzen einzusetzen. Wir können sehen, dass eine Reihe von Slogans „I can’t breathe“ und „Black lives matter“ lauten. Neben dem Rassismus sehe ich für mich also mehr über die Auswirkungen von Klassenunterschieden.

Das magische Leben eines Mannes im Museum

Ja, das Museum war wegen des Ausbruchs von der Pandemie bis zum 4. August geschlossen, was bedeutet, dass ich zwei Monate lang allein in einem leeren Museum gearbeitet habe.

Ich hatte sogar Momente, in denen ich das Gefühl hatte, das Leben auf den alten Zügen zu spüren, wenn ich allein durch sie hindurchgegangen bin.

Logbucheintrag 03/02

Wer hat an der Uhr gedreht?

Einen Jahreswechsel später melde ich mich zurück aus Zimmer 508. Der Dezember verging wie im Flug – vermutlich bedingt durch die weihnachtliche Vorfreude, eine verzaubernde Weihnachtsfeier im Museum und einen Kurzurlaub zuhause im Süden. Ich habe eine kleine Exkursion in die Kofferproduktion unternommen und zusammen mit der lieben Johanna einen Koffer gemacht. Meinen ganz eigenen Reisekoffer, der mir ein ganz besonderes Andenken an meine Zeit im Museum sein wird! Außerdem habe ich Ende des Jahres ein paar museale Seitensprünge unternommen. Ich habe mich im Spektrum inspirieren lassen, habe Halt gemacht im Hamburger Bahnhof, einen Spaziergang durch den Garten der irdischen Freuden im Gropius Bau ums Eck unternommen, im Futurium einen Blick in die Zukunft geworfen, Helmut Newtons Fotoimperium beäugt, im Museum Europäischer Kulturen über Dinge des Lebens erfahren und mich im Kunstgewerbemuseum von afrikanischem Design inspirieren lassen. Die Mixtur aus Geschichte, Architektur, Kunst und Wissenschaft, diese besondere Atmosphäre die mit den Museumsbesuchen einhergeht inspiriert ungemein.

Aber nun zu den Hauptakteuren dieses Blogs – den Bewohnern der Heiligen Hallen der Manufakturellen Schmuckproduktion!

Emaillierte Guilloche – Guillochiertes Emaille

Die Kombinationsmöglichkeiten des Guillochierens und Emaillierens gallt es also für mich zu untersuchen. Linie und Farbe. Nachdem ich ein paar Versuche unternommen hatte guillochierte Tombakbleche zu emaillieren wollte ich nun den Spieß umdrehen und versuchen bunt emaillierte Bleche zu guillochieren. Schnell war klar, dass der Stichel der Guillochiermaschine auf der harten Glasoberfläche des Emails kaum Spuren hinterlassen würde. Ein Diamantfräser sollte also den Stahlstichel ersetzen, doch musste dieser, um im vollen Ausmaß genutzt werden zu können mitsamt Handstück und Mikromotor in die Guillochiermaschine integriert werden. Die Konstruktion sieht abenteuerlich aus, erfüllt ihren Zweck jedoch einwandfrei. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten die Linien gleichmäßig in das Emaille zu fräsen. Die zusätzliche Beinarbeit erforderte etwas mehr Konzentration, aber mit der Zeit klappte auch das. 

Ich sitze also an der Guillochiermaschine und setzte Linie um Linie. Es ist ein Zusammenspiel der Linien und Farben, aber auch ein Zusammenspiel meiner Idee, meiner Intuition und der Umsetzung durch die Maschine. Wie viel gibt die Maschine vor, was steuere ich und wie kann ich auch etwas dem Zufall überlassen? Die Kombination beider Techniken (Emaille und Guilloche) vereint nicht nur Linie und Farbe, sie verbindet die penible Stringenz der Guilloche mit der Impulsivität des Emailles. Vorhersehbar und genauestens steuerbar auf der einen, und doch ungeheuer aufregend und etwas unberechenbar auf der anderen Seite.

Räucheremaille

Um den „Überraschungseffekt“ des Emailles noch ein wenig zu verstärken und um ihm eine persönliche Note zu verleihen machte ich einige Experimente mit heißen, frisch aus dem Ofen entnommenen emaillierten Blechen. Ähnlich wie bei der japanischen Keramikbrenntechnik Raku, „erstickte“ ich die heißen Teile mit Sägemehl, oder legte sie auf ein Bett von Laubblättern. 

Vom Plissieren und Pressen

Linien und Muster. Auch die exotische Plissierwalze mit ihren Mustervarianten und Kombinationsmöglichkeiten hat es mir angetan. Erstaunt war ich vom Ergebnis eines Pressversuchs mit plissiertem Metall. 

Außerdem: Guss, Maleremaille, Fensteremaille, . . .

Logbucheintrag 06/12

Colours

Farbe aus dem Feuer – Email! Die alten Hasen unter Euch wissen Bescheid – es folgt dennoch eine kurze Einführung: Email bezeichnet eine auf das Metall fest aufgeschmolzene meist bunte Glasschicht, die zur Gestaltung der Oberfläche eingesetzt wird. Das Email oder die Emaille wird meist in Form von Pulver auf das vorher gründlich gesäuberte Metall (vorzugsweise Kupfer, Tombak, Silber und Gold) aufgeschmolzen. Die Emaillierkunst hat eine lange Geschichte – die ältesten bekannten Emailarbeiten reichen bis ca 1400 vor Christus zurück! Schon die alten Ägypter kannten diese Technik, die zugegebenermaßen hin und wieder von einer dünnen Staub Schicht befreit werden musste, jedoch bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist. 

Mich fasziniert dieser glasig glänzende Überzug, ich liebe die Farbenvielfalt und die Spannung wenn man das frisch gebrannte Stück aus dem Ofen nimmt. Das Ergebnis ist ( wenn man nicht gerade ein Vollprofi auf dem Gebiet ist) nicht zu 100% steuerbar, gespannt wie ein Flitzebogen stehe ich also vor dem Ofen und freue mich vor allem auf die nicht vorhersehbaren Dinge die bei ca 820°C im Ofen passieren. Die gesamte Prozedur hat etwas alchemistisches, fast schon magisches, es macht einen Heidenspaß!

An den guillochierten Blechen jedoch kann man sich dann schon mal die Zähnchen ausbeißen. Mal war die Emailleschicht zu stark, dann wieder zu dünn. Die transparenten Farben müssen in einer Engelsgeduld ausgewaschen werden und einige Farben musste ich mehrmals abschleifen und nochmals brennen bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Hier ein paar  Versuche: 

Logbucheintrag 26/11

Der amerikanische Künstler Adam Green schreibt in seinem Guide to Becoming an Artist unter Punkt 4. :

Let your emotions guide the medium. If you are a songwriter, let your emotions guide the melody into words. If you are a visual artist, let your feelings enter into the lines and colours.

Beim Arbeiten in der Werkstatt, vor allem an der Guillochiermaschine, frage ich mich immer wieder wie viel von meiner ganz eigenen Melodie am Ende in diesen strengen Muster liegt. Wie bringe ich Gefühl und Emotion in die historischen, fast schon puristischen Arbeitsweisen und schweren, für Akkordarbeit ausgelegten Maschinen?  

Lines

Das Guillochieren ist eine Art der Oberflächenveredelung, die bereits vor mehr als 300 Jahren entwickelt wurde. Die Guilloche überzieht hierbei die Oberfläche eines Metalls mit einem regelmäßigen Netz aus feinen Schnittlinien, die gerade oder geschwungen sein können. Diese hochglänzenden Linienmuster verleihen dem Werkstück eine schillernd leuchtende Erscheinung. Selbst die kunstvollsten Guillochen können auf eine Zickzack-, Faden- oder Wellenlinie zurückgeführt werden. Mich fasziniert die Vielfalt an Ornamenten, die diese ‘einfachen’ Linien hervorbringen können. Außerdem gefällt mir die ruhige und konzentrierte Arbeitsweise, die immer wieder gleichen Handbewegungen und die Geräusche der Maschine etwa beim Transport, dem versetzen des Stichels. Unzählige Linien bespielen die Oberfläche des Werkstückes, jede einzeln ausgeführt. Für mich steht fest, dass ich dass ich größtenteils Tombak und Silber guillochieren werde, schließlich möchte ich die feinen Muster später mit einer Emailleschicht veredeln. Inspirationen habe ich mir im Nachlass von Walter Zaiß geholt, einer Guillochierlegende aus Pforzheim. Walter Zaiß hat im hohen Alter nach Jahren der Akkordarbeit sehr viele wunderbar ‚andere’ Guillochmuster entworfen und umgesetzt. 

Am besten gefallen mir die übereinander liegenden Muster, bei denen schwer zu rekonstruieren ist wie genau sie hergestellt wurden, da man kaum noch einzelne Linien erkennen kann. Sie wirken fast psychedelisch, was zur tranceartigen Arbeitsweise des Guillochierens passt. 

Was mich außerdem bei vielen Guillochen fasziniert ist die Lichtbrechung, die das Muster nur kurz aufblitzen lässt. Ein kurzer Lichtschimmer, der nicht greifbar wie eine Art Heiligenschein über der Metalloberfläche schwebt.

Logbucheintrag 21/11

Abfahrt: Ulm 13:12 Gleis 2
Ankunft: Berlin 19:29 Gleis 7

Hallo Berlin, Hallo Museum, Hallo Du!

Ich bin Anna. Und mittlerweile wohne ich schon eine ganze Weile im Museum. Ich hatte also Zeit mich in ein paar Techniken der manufakturellen Schmuckherstellunghineinzufuchsen, mir Wege und Gesichter einzuprägen (das Technik Museum ist tatsächlich so riesig wie es meine Vorgänger schon beschrieben haben) und verschiedene Abteilungen des Museums kennenzulernen, meine Erkundungsexpedition ist aber noch lange nicht vorbei.

Die Werkstatt für Manufakturelle Schmuckproduktion – mein eigentliches neues Zuhause – war mir schon zu Beginn des Stipendiums ein wenig vertrauter, da ich während meines Bachelorstudiums in Pforzheim im Rahmen des PFrevisited Projekts bereits die Gelegenheit hatte Werkstatt und Techniken kennenzulernen. Die Zeit im Technikmuseum habe ich schon damals sehr genossen, nicht zuletzt durch die unermüdliche Unterstützung und den ansteckenden Enthusiasmus der erfahrenen Spezialisten, die damals mein Interesse an den alten Techniken weckten. Die historischen Arbeitsgeräte, die im Technischen Museum bis heute ihre Dienste leisten bringen nicht nur das Know How von Generationen zusammen, sondern sorgen auch für das Bewahren, die Weitergabe und im besten Falle für eine Weiterentwicklung oder zeitgemäße Neuinterpretation eben dieser Techniken. 

Ich bin super froh und auch dankbar, dass ich die Gelegenheit habe mich für ein paar Monate voll und ganz auf die Maschinen und Arbeitsweisen einzulassen und in diesem inspirierenden Umfeld arbeiten zu dürfen. In meinem Fokus stehen die Techniken des Emaillierens und des Guillochierens; es gilt deren Kombinationsmöglichkeiten zu erforschen. Ich bin fasziniert von Eleganz und Anmut dieser Techniken und deren Geschichte. Außerdem stimmen mich die geduldigen und präzisen Arbeitsschritte zufrieden, vor allem das Guillochieren fühlt sich oft fast meditativ an, fast so, als spreche die Maschine ein Mantra…

5 0 8 . 1 5 . ∞ . w a s s o n s t n o c h g e s c h a h

ich hatte mir ja vorgenommen (siehe 508.15.2.) den formsand selbst zu mischen. andrea hatte da ein rezepet für mich: man mische bentonit (gemörsertes katzenstreu) mit sand (original museumssand vom spielplatz an der mühle, fein gesiebt) und einem hauch wasser, fertig ist der formsand. hat gut funktioniert. nur das mörsern und sieben dauert recht lange. durch die wahl des siebes hat man einfluss auf die körnung des sandes (abhängig von der maschendichte des siebes).

oben: handelsüblicher formsand
unten: DIY

das andere vorhaben war, edelmetall in papier zu gießen (siehe 508.15.2.). ich habe ein buch als gussform präpariert und silber hineingegossen. auch hier wurde ich überrascht. der bereitgestellte eimer wasser kam zum glück nicht zum einsatz. die seiten, die mit dem flüssigen silber in kontakt kamen sind gut angekokelt, gebrannt hat allerdings nichts. in dieser zeit war „hier riechts aber komisch!“ keine seltene aussage, wenn die museumsbesucher die schmuckabteilung erreichten.


so versuchte ich ringe in papier zu gießen.


auch hierzu wieder eine kleine studie: wieviel lagig muss das papier mindestens sein, funktioniert das mit jedem papier gleich gut, geschnitten oder gesägt, wo der gusskanal, ….

um nebenher auch mit schrift zu arbeiten habe ich handgeschriebenes in stahl graviert und hohlgeprägt…………….

v.o.n.u. handgraviertes gesenk, bleipfaff, brosche aus messing feingoldplattiert

……….und mich im emaillieren versucht. das blech ist so dünn gewalzt, dass darauf zu schreiben, eine spur hinterlässt. von dieser spur rutscht das email leicht hinunter, was die schrift wieder hervorhebt.

das waren ganz kurz umrissen meine letzten wochen im museum. inzwischen ist das zwei monate her. die liebe anna steht schon in den startlöchern. ich bin gespannt was sie uns zeigt!

die zeit im museum war super spannend! vielen dank andrea, dass du mich hast spielen lassen. ich empfand es als sehrsehr wertvoll, dass du es ermöglichst, dass wir stipendiaten so frei arbeiten können. danke natürlich auch an die firma c.hafner, die das stipendium ermöglicht. danke an habibati und habibi für eure tatkräftige und mentale unterstützung „isch vermisse eusch“ 😉
und komme wieder!

5 0 8 . 1 5 . 4 . m i t z i n n s p i e l e n

bei dem zinnguss direkt in eine zeitschrift (siehe 508.15.3) habe ich festgestellt, dass sich die buchstaben der seite, die dann auf dem guss liegt, auf diesem abbilden. teilweise richtig plastisch. faszination nummer zwei!!!
um diesem effekt nachzugehen habe ich zinn direkt auf die seite eines katalogs gegossen. katalog geschlossen und druck auf katalog ausgeübt. it`s magic! die buchstaben erheben sich aus dem metall.

naja. weniger magie. eher chemische und physikalische vorgänge, über die ich aber nur wilde theorien anstellen konnte. fundierte fachliche infos habe ich hierzu (noch) keine. falls wer ahnung hat, gerne bei mir melden!

ich konnte nur beobachten. das ergebnis ist abhängig von druckfarbe und papierart, temperatur des metalls, gussgeschwindigkeit, druck auf die zeitschrift nach dem gießen usw.
ich habe versucht eine kleine studie dazu zu machen, indem ich die selben farbmaterialien auf verschiedene papiere gebracht habe und darauf gegossen habe:

hat spaß gemacht und es gab auch unterschiedliche effekte. dass sich die buchstaben aber so explizit erheben funktioniert nur mit der druckfarbe, die für zeitschriften in höherer auflage verwendet wird.