Stipendium im Museum

Stipendium in der Abteilung für Manufakturelle Schmuckgestaltung des Deutschen Technikmuseums Berlin

Level 2: Tag 107 / / Franziska (N*14)

Wie bereits im letzten Blogpost umrissen, habe ich weiter an meinen Freundschafts- bzw. Familien- Anhängern gearbeitet. „Schmuck verbindet“ – wortwörtlich.

friendship necklace

Inspiriert ist die Idee von den zwei-teiligen Herz-Anhängern aus meiner Kindheit; zu finden als Beilage in der „Bravo“ beispielsweise. Meine Anhänger-Serie soll aber für 2 und mehrere Parteien funktionieren. Beliebig viele gestanzte Formen werden gemeinsam geprägt, sodass sie zusammen ein Bild ergeben, man die Anhänger aber einzeln verschenken kann und somit das gemeinsame Bild für jeden Träger zu einem Bruchstück und dadurch abstrahiert wird.

 

Nach einigen Experimenten mit den unseren vorhandenen Gesenken, wollte ich gerne eine eigene, abstraktere Form verwenden und habe mich, zusammen mit Werner, an den Eigenbau derselben gewagt. Eine in Messing gegossene Muschel sollte es werden. Den Guss haben wir erst einmal mit Zinn verstärkt und dann mithilfe der Refriktionsspindelpresse in einen Barren Zinn gepresst. Um der Presse die Arbeit zu erleichtern, haben wir aus dem Barren etwas Zinn herausgebohrt, sodass sich die Muschel gut hineindrücken konnte. Die ersten Ergebnisse waren sehr gut – klar war aber auch, dass diese Form nicht ewig halten wird. Zinn ist schließlich ein sehr weichens Metall.

 Express Gesenk + Pfaff – selbst bauen mit Werner Hiervon habe ich eine schöne Videodokumentation, die alles erklärt – nur leider nicht auf diese Seite hochgeladen werden kann. Wen es interessiert: hier lang! 

Nachdem ich einige Male geprägt habe, habe ich auch gemerkt, dass ein konkretes Motiv für meine Idee doch besser ist, da man sonst weniger diesen Puzzle- bzw. Zusammengehörigkeitseffekt hat.

Die Muschelprägung finde ich aber dennoch super – ich habe schon etwas im Bereich Schlüsselaufbewahrung experimentiert und habe noch vor eine Tasche aus vielen kleinen Muschelpailetten zu gestalten.

Für die Freundschaftsanhänger aber erst einmal zurück zu den vorhandenen Gesenken. Für unserern Kollegen aus der Restaurierung, Stefan (und Ehefrau), durfte ich einen Paar-Anhänger in Silber prägen. Diesen gab es als Überraschug zur Hochzeit von unserer Abteilung geschenkt.

 

Nun zu meinem eigentlichen Projekt, dem „Haupt“-Projekt des Stipendiats.

WEARABLES! (auf die unterstrichenen Wörter kann man klicken, dann kommt man zu einem externen Link, der das Wort erklärt!)

Bisher habe ich noch nicht so viel davon gezeigt und geteilt, da ich viel am Organisieren und Planen war. Es geht in Richtung intelligenter Schmuck; intelligent im Sinne von technisiert. Die Technik ist für mich metaphorisch für das 21. Jahrhundert zu sehen. Sie wird mit den manufakturellen Herstellungstechniken des 19. und 20, Jahrhunderts verbunden. Aber in welcher Form? Urpsprünglich dachte ich an Halsschmuck. Doch nun hst es mir das Fabergé Ei angetan. Die Begeisterung der Museumsbesuchern sprang auf mich über! Auch nach weiterer Recherche bin ich Feuer und Flamme von diesen zugegebenermaßen sinnlosen, aber wunderschönen Kunst- und Sammlergegenständen. In diesen stecken eine gute Bandbreite an Techniken der Schmuckmanufaktur: Emaillieren, Guillochieren, Metall drücken, Edelsteine fassen, Prägen, Stanzen, und der Dinge mehr. Perfekte Inspirationsgrundlage für meine Arbeit an objekthaften „wearables“.

Was können meine manufactured wearables?

Sie sollen den Weg zum nächst nähesten Träger der anderen Teile aufzeigen. Eventuell über eine App am Handy oder über eine smartwatch am Handgelenk. Hat man alle Objekte zusammengetragen, öffnet sich bei jedem ein Relais und man kann dieselben  öffnen. Bei den traditionellen Fabergé Eiern kommt z.B. ein prunkvolles Gimmick zum Vorschein (ein goldenes Ei oder eine edelsteinbesetzte Kutsche). Bei meinen wearables ist es das Technikherz des tragbaren Computers.

Alle Objekte sind übrigens induktiv ladbar – das heißt kabellos und stehen auf noch zu konstruierenden Flächen.

Das Projekt wird interdisziplinär und viele verschiedene Parteien arbeiten mit mir zusammen daran.

Die Technikseite wird beispielsweise von Jan Thar unterstützt. Er leitet das FabLab Aachen und ist Mitarbeiter im BMBF-Projekt Personal Photonics.

Ende nächster Woche ist ein erstes gemeinsames Treffen angedacht um sich nach all den eMails einmal persönlich kennen zu lernen und um erste Technikmodule zu begutachten. Dann kommen noch ein Metalldrücker dazu und auch eine Firma aus England wird speziellen Kunststoff, aus recycelten Joghurtbechern, bereitstellen.

smile plastic

Mein Part wird dann die Gestaltung der Hüllen inklusive Ladestation werden – daran arbeite  ich gerade. Gerne würde ich mit alternativen/ unüblichen Materialien arbeiten; z.B. diese recycelte Kunststoffplatten von smile plastics, Marmor, veganes Leder, usw. Und auf die, die manufakturellen Techniken anwenden. Ich sammle noch Ideen. Die Kunststoffplatten möchte ich in jedem Fall von dem Metalldrücker verformen lassen – keine Ahnung ob das funktioniert, aber beiden Parteien finden das Experiment spannend. Das wird Mitte September passieren.

Die kooperierende Metalldrückerei Bräuer liegt bei Wittenau und beherbergt hunderte Druckformen – ein Familienbetrieb seit 1907 und sehr spannend zum Besichtigen.

Ich melde mich wieder Ende September, mit hoffentlich ersten Ergebnissen vom Kunststoff drücken und fünf kleinen wearables-Prototypen.

 

Bis dahin,

viele Grüße!

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Level 1: 70 Tage // Franziska (N*14)

Freitag 26.7.2018

Vor genau 70 Tagen bin ich in in das Technische Museum und in die Werkstatt eingezogen. Zwei Monate heftiges Experimentieren und Austesten von Materialien, Maschinen und Möglichkeiten liegen hinter mir.

auf dem Dach im Neubau des Museums

Eine kurze Erklärung für all diejenigen, die neu dazu stoßen: 

Das Technikmuseum ist in der Trebbiner Strasse, Berlin. Wer hier schon einmal war, weiß,  wie groß es ist und wie viel es zu entdecken gibt. Das Besondere ist mitunter, das es einige aktiv-genutzte Werkstätten gibt. Eine von ihnen ist mein neues Zuhause. „Manufakturelle Schmuckproduktion“ nennt es sich.  Hier finden sich Maschinen und Techniken aus verschiedensten Jahrzehnten wieder – der Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Zentrum stehen sieben Fertigungsbereiche: Prägen-Pressen-Stanzen, Ziehen-Walzen, Gießen, Schleifen-Polieren, Guillochieren-Gravieren, die Kettenherstellung und die handwerklichen Techniken des Goldschmiedeberufs.

Auch mir liegen diese fast in Vergessenheit geratenen Techniken und Maschinen am Herzen. Stahlbrocken, tonnenschwere, so stehen sie in der Werkstatt; riechen nach Maschinenöl und alten Geschichten. Mitunter funktionieren sie seit über 100 Jahren in derselben Art und Weise. Mehrmals im Jahr kommen Experten angereist, Männer, die sich ihr Leben lang der Arbeit an diesen Maschinen verschrieben haben (oder in der Nachkriegszeit einfach mussten). Jede Macke, Spinnerei oder Schwachpunkt kennen sie und plaudern gerne aus dem Nähkästchen.

Mehrmals im Jahr gibt es Workshops mit verschiedenen (Hoch-)Schulen,  Schmuckgestaltern oder Goldschmieden.  Auf den Fotos oben, wird gerade ein Sandguss-Workshop für Deutsch-Lernende gegeben.

2015 wurde das vom Museum ins Leben gerufene Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ von der Deutschen UNESCO-Kommission in das Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes aufgenommen.  Aus diesem  Projekt und der mit-tragenden Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“ hat sich zwischen den Städten Pforzheim und Berlin eine motiviertes Team gebildet, das sich teilweise sogar im Ehrenamt um die Wissensweitergabe kümmert. Mein Stipendium, das einmal im Jahr vergeben wird, ist ebenso Teil dieses Projektes und mit mir als 14. Stipendiatin hat sich auch hier ein netter Kreis an Ehemaligen gebildet.

An der Hochschule Pforzheim gibt es zudem ein jährliches, kooperatives Projekt: „Pforzheim Revisited“. 2015 habe ich daran teilgenommen und angefangen, Marmorsteine zu guillochieren und mit Elektrotechnik zu koppeln. Das war mein erster Berührungspunkt mit der Werkstatt, dem Museum und den manufakturellen Gestaltungstechniken. 

Während meines 6-monatigen Stipendiums möchte ich den Versuch einer Brücke wagen.  Und zwar zwischen den beschriebenen Herstellungsverfahren des letzten Jahrhundert und den digitalen, technischen Errungenschaften von heute. Was ich damals im studentischen Projekt angekratzte, möchte ich während meines Stipendiats noch einmal aufgreifen und neu umsetzen.

Nachdem ich jetzt so groß theoretisch ausgeholt habe, nun ein bisschen was handfestes aus den letzten Wochen. Über die letzten beiden Monate habe ich im Groben an vier bis fünf verschiedenen Baustellen gearbeitet.

I

Marmor guillochieren, das Werkzeug – einen Stahlstichel- bauen, weitere Guillochierversuche mit der Frage, wie tief kann ich gehen, was hält der Stein eigentlich aus? Was ist ein guter Abstand zwischen den einzelnen Linien.

II

Zinn und Glas Verbindungsversuche. Das ging über bloßes Eintauchen bis hin zu der Erkenntnis, dass ich wohl eine Gipsform bauen sollte. Dann habe ich mein Modell in Wachs gebaut – es mit Figuren-Porzellanmasse eingebettet und hatte somit eine Zinn-taugliche Gussform geschaffen. Darauf folgten viele Experimente mit verschiedenen Freiformen aus Zinn und Glassplittern.

Am Ende der Gußversuche enstand eine erste amorphe Gliederkette  – mit dem stolzen Gewicht von 430g. Aber sie trägt sich gut und liegt schön am Körper.

III

Fallhammer – Recherche zu Freundschaftskettchen. Die Ausgangsinspiration sind diese teilbaren Herzen, die man von früher vielleicht noch kennt. Ein Schmuck-Klassiker  – den ich gerne anstatt für 2 für mehrere Parteien anbieten möchte. Meine Überlegung ist, ob ich Medaillons zusammen, übereinander prägen kann; bisher habe ich mit den vorhandenen Gesenken und Pfaffen gearbeitet. – Ziel soll aber sein, meine eigene Stahlform herzustellen.

Schön finde ich hier, dass im ersten Schritt auch die Fusshebel-Stanze mit eingebunden ist – der große Goldschmiede-Locher sozusagen – im zweiten Schritt folgt dann die Hohlprägung auf dem Stanzteil.

An der handbetriebenen Spindelpresse habe ich auch geprägt – hier vorwiegend wassergetrahlte Alu-Ronden, da das Metall schön weich ist. Außerdem habe ich hier teilweise mit meinen eigenen Formen (Messing-Güssen) gearbeitet, wenn nicht ganz ohne Form, d.h. Alu-Münzen gegenseitig aufeinander gepresst, motivlos.

IV) Wear it Festival

Im Juni habe ich das Berliner Wear-it Festival besucht – zum einen, um Kontakte zur Creative Tech- und Fashion Technology-Szene zu knüpfen und zum anderen, um zu schauen, was gerade so „state-of-the-art“ ist.  Nicht zuletzt ist das künstlerische Wearable mein Hauptprojekt für das Stipendiat.  Es waren 2 Tage mit einer Fülle an interessanten  Vorträgen, Workshops und diversen Performances.

Auf den Fotos oben sieht man unter anderem einen komplett kompostierbaren elektronischen Kreislauf, der an einem menschlichen Haar hängt! Rechts daneben einen Schaltkreis, den man sich auf seine Haut kleben kann und zur Steuerung verwenden kann.

Alles in allem sehr inspirierend und motivierend für meine Ideenfindung und Konzeptentwicklung.

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Für das wearables-Projekt habe ich schon ziemlich konkrete Ideen und Kooperationsideen – aber bis alles richtig ausgefuchst ist, dauert es noch ein wenig und bis dahin hülle ich mich in Schweigen. Spannung!

Bis spätestend in 70 Tagen – wenn ich Level 2 geschafft habe.

(Kleiner Tipp: die Level-Metapher hat womöglich was mit dem neuem wearale / technojewel zu tun.)

 

WAS ZULETZT GESCHAH UND EIN FAZIT

Stahlformen machen kann ätzend sein… har har.
Die zweideutigkeit wird sich gleich erklären.

Bei der gehärteten positiven Löffelprägeform waren wir das letzte mal stehen geblieben.
Wie wird dann aber die Negativform perfekt passend in das zweite Stück Stahl gearbeitet?
Da mir das letzte Mal noch Materialien fehlten, konnte ich noch nicht mehr sagen.

Handwerklich gibt es zwei Möglichkeiten: einmal grob vorfräsen und dann immer genauer werden mit Feilen, Meißeln und Schmirgelpapier. Das positiv wird dabei immer wieder ins negativ gedrückt und da wo blank gedrückte Stellen entstehen muss logischerweise Material weggenommen werden. so nähert man sich nach und nach an die finale Form.

Die Zweite möglichkeit ist vom Prinzip her ganz ähnlich. Nur das man mit Säure arbeitet (aha!)
Nach dem Vorfräsen wird das Negativ mit Asphaltlack eingestrichen, während dieser noch aushärtet drückt man das Positiv in die Form. Logischerweise müssten an den Berührungspunkten blanke Stellen entstehen. Man säubert Das Positiv und drückt es wieder rein. Bis kein lack mehr hängenbleibt.
Die Stellen die geätzt werden sollten sind jetzt blank und der Rest ist geschützt durch den Asphaltlack. Man kann dann die Säure in die vorgewärmte Form gießen. Nach ca. 15-30 Sekunden Später sollte man die Säure entfernen. Wenn der Vorgang wiederholt wurde, sollten die blanken stellen größer sein. Man macht so lange weiter bis die gewünschte Tiefe erreicht ist und alles Blank ist nach dem eindrücken. Die Form sollte perfekt passen.

 

 

 

 

Genau das habe ich mit meiner Löffelform gemacht. Ca. 70 mal geätzt und damit ungefähr die Tiefe erreicht die ich angepeilt hatte. Gerade noch rechtzeitig für die Abschlussausstellung. Hatte eindeutig länger gedauert als erwartet, und ist nicht gerade gesund durch die Lösemitteldämpfe und der Säure. Eine etwas leidige Arbeit welche sich aber trotzdem lohnt. Mit dieser Form sollten sich jetzt Laffen mit unendlich Variations- und Kombinationsmöglichkeiten in Form und Technik prägen lassen.

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Das Fazit

Sechseinhalb Monate war ich jetzt in Berlin, habe gelebt, geforscht, bin Spuren nachgegangen, habe mich verloren, experimentiert und schließlich mich wieder gefunden. Ich hatte die Möglichkeit mich mit teilweise aussichtslos wirkenden Projekten zu beschäftigen und dadurch Sachen gelernt und herausgefunden die ich sonst nie hätte herausfinden können. Die Kombination aus Freiheit, Zeit, verschiedenste Werkstätten und Menschen mit tollem Fachwissen und der Bereitschaft zu helfen ist einzigartig und umso Reichhaltiger. Ich bin glücklich die Chance gehabt zu haben und ich hoffe das ich in Zukunft meinen Teil dazu beitragen kann, mit einer neuen Facette des Fachwissens, das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“, „Schmuck Verbindet“, „Pforzheim Revisited“ ein wenig wertvoller zu machen. Ich bin mir sicher das Stipendium wird mich noch lange begleiten.

Ich bedanke mich bei all den Menschen die mir im Museumsalltag als Freunde und Helfer beigestanden sind. Vor allem Andrea Grimm, Martin Schröder und Stefan Schleyer die mich tatkräftig bei meinen Hirngespinsten unterstützt haben (Martin hat mir sogar zu einem Papiersieb verholfen!).
Auch möchte ich mich bei Herrn Zöllner bedanken der mir die Tipps für die Stahlformen zugesteckt hatte. Vielen Dank an die Firma C. Hafner die das Stipendium jedes Jahr möglich macht.

Ich werde die Zeit mit meinen Kollegen in der Werkstatt vermissen!

Bis irgendwann,

Aaaron Fischer, Ex-Museumsphantom

 

 

Die Sache mit dem Werkzeugbau

Seit Anfang dieses Jahres habe ich auch wieder den Werkzeugbau aufgenommen. Mein Plan ist eine Löffelform, in der nur die Laffe geprägt wird und nicht der Stiel.
Das würde die Freiheit schaffen den Stiel frei zu gestalten und trotzdem eine einheitliche Laffe zu haben, es wäre ein Hybrid aus Handarbeit und Maschineller Herstellung, welche die Vorteile beider nutzen würde. Da auch die Laffe meistens das aufwendigste an einem Löffel ist wenn man ihn in Handarbeit fertigt, ist die Prägeform eine gute Möglichkeit Zeit zu sparen.

Angefangen habe ich damit ein Stück vom Werkzeugstahl abzusägen und die Löffelform grob vorzufräsen. Auch hier habe ich wieder die nette Unterstützung aus der Restaurationsabteilung genossen.
Danach bin ich dazu übergegangen die grobe Form per Feile zu verfeinern, bis hin zum Schmirgelpapier. Ein mühsamer Prozess aber wenn man an die vielen Löffel denkt die damit hoffentlich geprägt werden, wird das Arbeiten leichter!

 

Jetzt muss die Form noch gehärtet werden. Dazu hab ich sie einer Externen Firma übergeben die auf solche Arbeiten spezialisiert ist. Obwohl ich die Prinzipien des Härtens kenne wollte ich das lieber Profis überlassen. Sollte ein Fehler in der Härtung sein, könnte die Form im Prägeprozess unter dem enormen Druck zerbersten. Was gefährlich für Mensch wie Maschine ist.

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Um die Negativform zu erstellen habe ich Kontakt mit einem Stahlgraveur aus Pforzheim aufgenommen welcher mir zurzeit mit Tips und Tricks zur Seite steht. Sobald die restlichen Materialien kommen werde ich das weiter ausführen können wie das Abläuft.

Aaron Fischer – Die Sache mit der Verpackung

 

Die letzten Monate gingen super schnell vorbei und ich werde die unterschiedlichen Projekte die ich verfolgt habe, nun der Einfachheit halber, in unterschiedlichen Kapiteln erläutern und davon Berichten.

Anfangen werde ich da wo ich das letzte mal aufgehört hatte.

Die Sache mit der Verpackung

Wisst ihr noch wie ich die Verpackung mit der Dose als Vorbild aus Papier bauen wollte?

Ganz so wie ich mir das vorgestellt hatte hat es leider nicht funktioniert, aber zum Glück ist man ja Flexibel und findet andere Lösungen oder Ansätze.

Aber alles hat seine Ordnung und ich schildere mal euch wie das alles abgelaufen ist.

Ich hatte mir im Museum Formen 3D drucken lassen mit denen ich mir erhoffte das frisch geschöpfte Papier zu pressen. Zwischen zwei Heizplatten gepresst und auf 50°C erwärmt habe ich das Papier sozusagen in Form gebügelt. Das Papier musste noch nass sein damit es seine Form behält. Man könnte es sich wie fortgeschrittenes und etwas kompliziertes Pappmaché vorstellen.

Das trocknen dauerte aber viel zu lange und das Plastik half nicht unbedingt bei dem Prozess, so dass das Papier zu müffeln angefangen hatte. Als es dann an der Luft getrocknet ist, hatte es sich endgültig auch noch stark verzogen.

Um das Problem der Trocknung zu umgehen, hatte ich als nächstes Gips im Sinn. Da dieser bis zu einem gewissen Grad Luftdurchlässig und sehr saugstark ist, könnte er dieses Problem lösen.

Also Gips gekauft und Formen gebaut, ein paar mehr als nötig, da ich etwas mit dem Trennmittel experimentieren musste. Und sobald diese endlich Trocken waren (zwei drei Tage über der Heizung) konnte endlich wieder gepresst werden. Die Trocknung war eindeutig Optimiert, der Gips sog und die Heizplatten heizten. Dummerweise dauerte das ganze immer noch einen guten Tag und das für nur eine Hälfte der Verpackung. Wenn man das in seinem Kopf grob durchrechnet merkt man schnell das es sich nicht wirklich lohnt… Da ich, dass was ich hier in diesem Stipendium lerne und entwickle, gerne später auch weiter nutzen möchte, muss ich mir was anderes einfallen lassen. Und als ob die Papiere meinen Gedanken unterstreichen wollten, hatten sie sich nach einer Woche gemeinsam verzogen.

Zeitlich gesehen stand dann schon bald Weihnachten vor der Tür und ich hatte mich erst mal anderen Dingen gewidmet die ich auch noch Schildern werde.

Nach Weihnachten hatte ich einen neuen Gedanken gefasst. Was ist wenn ich den Schmuck direkt im Papier einpacke?

Gesagt, getan und siehe da es funktioniert! Das Papier verzieht sich noch immer, aber in der neuen Ästhetik passt das nun besser. Das Papier lässt sich nun auch im Nachhinein wenn es schon getrocknet ist gut prägen.

Das ist nun der neueste Stand in Sachen Verpackung, ob auch größere und sperrigere Schmuckstücke gut passen muss ich noch ausprobieren, aber leider ist der nette Kollege Martin aus der Papiermanufaktur zurzeit nicht anwesend. Aber sobald er wieder das ist geht es gleich weiter.

Intro Aaron Fischer

 

Ein großes Hallo erst mal!

Hiermit meldet sich der 13te Stipendiat aus dem Museum! Auch Aaron genannt, manchmal auch Aaaron. Je nach Gusto.

Gästeausweis

Wie man schon auf dem Kärtchen sieht, bin nun ich schon fast zwei! Monate im Museum und melde mich somit etwas Spät. Ich habe mich leise und heimlich im Museum eingeschlichen. Der Erste Monat war noch etwas zerrissen mit Ausstellung und anderen notwendigen Reisen welche ich nicht vorhergesehen hatte.

Das hört sich jetzt so an als ob ich nichts gemacht hätte, was natürlich rein gar nicht stimmt!

Ich war schon fleißig und habe (fast) alle Maschinen und Techniken die es so hier gibt ausprobiert, vom Ausstanzen bis zum Zinngießen. Die Werkstatt und das Museum ist ein wahres Paradies und ein Spielplatz von Möglichkeiten den ich die nächsten Monate ausreizen werde.

Hier ein Kleiner Überblick der Sachen die ich bis jetzt ausprobiert habe :

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Besonders interessiert mich das prägen und die Neuanfertigung der Prägewerkzeuge, was mich auch schon im 4. Semester, im Rahmen des „Pforzheim Revisited“-Projekts beschäftigt hatte.

Wie man sieht habe ich passend zu Halloween schon Totenköpfe geprägt, das Gesenk dazu habe ich kurzer Hand in den noch weichen Stahl graviert. Probestücke lassen sich so schon herstellen aber auf lange Sicht muss der Stahl noch gehärtet werden.

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Auch die Herstellung von Dosen und Verpackung hat mich in den Vergangenen 2 Monaten nicht los gelassen. Als erstes habe ich eine Dose aus Prägeteilen des Museums gefertigt, welche eine eingebaute Schnappfunktion hat und danach eine rein Handgefertigte.

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Der Grund für die runde Dose war eine Überlegung: Wie kann man eine Versiegelte Verpackung machen, welche sich nach dem öffnen nicht mehr auf die selbe Weise versiegeln lässt aber trotzdem noch als Dose verwendbar ist. Eine Art Hybrid aus Überraschungsei und Fabergé. Ein Überraschungs Fabergé Ei sozusagen.

Für die Runde Dose fehlt noch eine Versiegelung, welche durch das Guillochieren einzigartig gemacht werden könnte. Ähnlich den Zeichnungen auf den Geldscheinen, wo auch das Guilloche zum Einsatz kommt.

Die Nächsten Wochen werde ich mich daran versuchen den selben Gedanken in Papier umzusetzen.

Gerade lasse ich eine Form 3D-Drucken mit der sich hoffentlich in frischer Papiermasse Teile für Dosen pressen lassen. Netterweise darf ich auch in anderen Abteilungen und Werkstätten arbeiten und somit werde ich demnächst ein wenig Zeit in der Papiermanufakur verbringen.

Was dann überhaupt in die Dose Kommt und ob die Form der Dose den Inhalt bestimmt, der Inhalt die Form der Dose oder ob die Dose an Sich der Inhalt ist und was das alles dann mit dem Prägen und dem Guillochieren auf sich hat, das sind die Fragen die in den nächsten Monaten geklärt werden!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

 

4. Teil Lena Beigel

Zum Schluss…

noch ein kleines Anker-Intermezzo. Nach Ringen, Broschen und einem Koffer gesellen sich noch kleine Notizbüchlein hinzu. Ähnlich wie beim Koffer habe ich mehrere Anker nebeneinander geprägt. Verwendet wurde hierbei auch wieder das Buchbinderleinen in grau, rot und creme. In der Mitte des Hefts befindet sich eine kleine Besonderheit. Ich war im Museum noch Papierschöpfen. Hierfür habe ich ein Wasserzeichen in Form eines Ankers angefertigt. Nun befindet sich in jedem Heft eine Seite Lena-Spezial-Papier handgeschöpft und mit Ankerwasserzeichen.

Neue Prägeformen herstellen gestaltete sich schwieriger als gedacht. Über unter-schiedliche Ansätze versuchte ich neue Formen zum Prägen und Pressen herzustellen.

Ansatz 1: Direkt in Stahl gravieren – klappt, wenn man gut gravieren kann. Für mein Vorhaben – sehr akkurate und graphische Muster – bin ich leider zu ungeübt.

Ansatz 2: Massivprägeformen mit speziellem Giessharz  – Muster in Modellschaumstoff graviert und Positiv/-Negativform im Giessharz abgegossen. Die Massivprägungen funktionieren in Papier, Pappe, Holz und Leder. Leider ist Metall schon zu hart und hinterlässt seine Form eher im Kunststoff als anders herum.

Ansatz 3: Hohlprägeform mit speziellem Giessharz – Stück in Modellbauschaumstoff, dann in Gießharz abgeformt und Positiv-Teil gegossen. Erste Versuche zeigen, dass es funktioniert.

Hier noch ein Bild von der kleinen Abschlussausstellung, nach vielen Stunden Arbeit strahlen alle Lampen um die Wette.

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Nach 4 Monaten im Museum ziehe ich nun weiter, mit vielen guten Eindrücken, Erfahrungen und einer super Zeit, vielen Dank dafür!

3. Teil Lena Beigel

Der Oktober bricht an…

… nur noch einen Monat und dann ist meine Zeit hier im Museum vorbei 😦

Mein Lampen-Projekt habe ich fast durch. Von 9 Stück sind augenblicklich 5 1/2 fertig und der Rest in den kommenden Tagen. Die elektrischen Bauteile haben noch ein paar Probleme bereitet. Leider darf man die nicht einfach selbst zusammenklemmen (sowas zieht einen unendlich langen Rattenschwanz hinter sich, falls man die Stücke später verkaufen will). Deshalb verwende ich jetzt fertige Elemente anstatt der ursprünglich selbst zusammen gebauten Fassungen und Kabel, die auch in der kommenden Woche geliefert werden  – und dann strahlen die Leuchten endlich!

Das Guilloche-Muster beschränkt sich auf ein Zickzack, mit dem die alle Muster erstellt wurden. Metall, Holz und transparentes Acrylglas werden zu den leicht grünlichen bzw. farblosen guillochierten und gebogenen Flächen kombiniert.

 

Zwischendrin war auch noch das Stipendiatentreffen in Pforzheim bzw. bei der Firma C. Hafner. Es war wirklich schön, die ehemaligen Stipendiaten zu treffen und sich auszutauschen.

Die letzten Wochen im Museum möchte ich gerne noch nutzen, um mich mit der Herstellung von eigenen Prägeformen zu beschäftigen. Einerseits durch gravieren in Stahl und andererseits mit einem speziellen Kunststoff, den mir Fabian empfohlen hat. Mal sehen, ob das was wird und was raus kommt.

Hier noch ein Foto von meinem Ausflug aufs Museumsdach mit Gabi Wohlauf. Abgefahrene Architektur da oben!img_8354

 

2. Teil Lena Beigel

Viel los im August! Einerseits waren in der ersten Monatshälfte viele, viele Besucher im Museum, aufgrund des doch wechselhaften Wetters und andererseits war hier auch einiges geboten.
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Anfang des Monats – die Kinderkofferaktion
Da mach ich doch gleich mal mit! Die zwei Buben und ich waren fleissig am Koffer basteln. Meiner ist mit Leinenstoff bezogen und mit dem Anker geprägt. So reiht sich dieser prächtige Koffer wunderbar in die Reihe „Der Anker und ich“ ein.
Mitte des Monats – Seminar mit Goldschmiedeschülerinnen aus Hanau
Natürlich waren auch die Profis auch Pforzheim wieder mit dabei. Eine Woche lang bekamen die Mädels einen tollen Einblick in die alten Techniken. Und wenn die Profis schon mal da sind, werden auch gleich meine kleinen Problemchen gelöst. So hatte ich beispielsweise immer Ärger mit der Prägung des Ankers in den Stoff. Er riss immer wieder an einigen Stellen auf und ergab unschöne Löcher. Nach einer halben Stunde tüfteln mit Fabian und Walther war das Problem gelöst 🙂
Nun zu dem guillochierten Acrylglas, daraus werden Lampen entstehen. Nach verschiedenen Materialkombinationen und Mustern entstanden die ersten Entwürfe auf dem Papier.
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Im CAD wurden die genauen Maße bestimmt und an die Guillochiermaschinen-bedingten Gegebenheiten größentechnsich angepasst. Das Bauen der einzelnen Halterungen nimmt leider einiges an Zeit in Anspruch.
Windows Phone_20160830_17_19_10_ProGeplant sind bis jetzt 3 Gruppen mit je 3 Lampen – in den Kombinationen Holz-Acryl, Metall-Acryl und Acryl-Acryl.

 

Und zum Abschied aus dem August rein in den September durfte ich noch eine kleine Flugstunde im Flugsimulator absolvieren.

1. Teil Lena Beigel

Hallo aus Berlin! Nun bin ich schon fast einen Monat im Museum und hab mich dort ganz gut eingelebt. Anfangs war ich etwas überfordert mit den all Möglichkeiten und den für mich zum Teil neuen Techniken, Maschinen und Geräten. Also war der Plan: Beginne auf der einen Seite und arbeite dich zum anderen Ende der […]

über 1. Teil Lena Beigel — Stipendium im Museum