Stipendium im Museum

Stipendium in der Abteilung für Manufakturelle Schmuckgestaltung des Deutschen Technikmuseums Berlin

Die Sache mit dem Werkzeugbau

Seit Anfang dieses Jahres habe ich auch wieder den Werkzeugbau aufgenommen. Mein Plan ist eine Löffelform, in der nur die Laffe geprägt wird und nicht der Stiel.
Das würde die Freiheit schaffen den Stiel frei zu gestalten und trotzdem eine einheitliche Laffe zu haben, es wäre ein Hybrid aus Handarbeit und Maschineller Herstellung, welche die Vorteile beider nutzen würde. Da auch die Laffe meistens das aufwendigste an einem Löffel ist wenn man ihn in Handarbeit fertigt, ist die Prägeform eine gute Möglichkeit Zeit zu sparen.

Angefangen habe ich damit ein Stück vom Werkzeugstahl abzusägen und die Löffelform grob vorzufräsen. Auch hier habe ich wieder die nette Unterstützung aus der Restaurationsabteilung genossen.
Danach bin ich dazu übergegangen die grobe Form per Feile zu verfeinern, bis hin zum Schmirgelpapier. Ein mühsamer Prozess aber wenn man an die vielen Löffel denkt die damit hoffentlich geprägt werden, wird das Arbeiten leichter!

 

Jetzt muss die Form noch gehärtet werden. Dazu hab ich sie einer Externen Firma übergeben die auf solche Arbeiten spezialisiert ist. Obwohl ich die Prinzipien des Härtens kenne wollte ich das lieber Profis überlassen. Sollte ein Fehler in der Härtung sein, könnte die Form im Prägeprozess unter dem enormen Druck zerbersten. Was gefährlich für Mensch wie Maschine ist.

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Um die Negativform zu erstellen habe ich Kontakt mit einem Stahlgraveur aus Pforzheim aufgenommen welcher mir zurzeit mit Tips und Tricks zur Seite steht. Sobald die restlichen Materialien kommen werde ich das weiter ausführen können wie das Abläuft.

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Aaron Fischer – Die Sache mit der Verpackung

 

Die letzten Monate gingen super schnell vorbei und ich werde die unterschiedlichen Projekte die ich verfolgt habe, nun der Einfachheit halber, in unterschiedlichen Kapiteln erläutern und davon Berichten.

Anfangen werde ich da wo ich das letzte mal aufgehört hatte.

Die Sache mit der Verpackung

Wisst ihr noch wie ich die Verpackung mit der Dose als Vorbild aus Papier bauen wollte?

Ganz so wie ich mir das vorgestellt hatte hat es leider nicht funktioniert, aber zum Glück ist man ja Flexibel und findet andere Lösungen oder Ansätze.

Aber alles hat seine Ordnung und ich schildere mal euch wie das alles abgelaufen ist.

Ich hatte mir im Museum Formen 3D drucken lassen mit denen ich mir erhoffte das frisch geschöpfte Papier zu pressen. Zwischen zwei Heizplatten gepresst und auf 50°C erwärmt habe ich das Papier sozusagen in Form gebügelt. Das Papier musste noch nass sein damit es seine Form behält. Man könnte es sich wie fortgeschrittenes und etwas kompliziertes Pappmaché vorstellen.

Das trocknen dauerte aber viel zu lange und das Plastik half nicht unbedingt bei dem Prozess, so dass das Papier zu müffeln angefangen hatte. Als es dann an der Luft getrocknet ist, hatte es sich endgültig auch noch stark verzogen.

Um das Problem der Trocknung zu umgehen, hatte ich als nächstes Gips im Sinn. Da dieser bis zu einem gewissen Grad Luftdurchlässig und sehr saugstark ist, könnte er dieses Problem lösen.

Also Gips gekauft und Formen gebaut, ein paar mehr als nötig, da ich etwas mit dem Trennmittel experimentieren musste. Und sobald diese endlich Trocken waren (zwei drei Tage über der Heizung) konnte endlich wieder gepresst werden. Die Trocknung war eindeutig Optimiert, der Gips sog und die Heizplatten heizten. Dummerweise dauerte das ganze immer noch einen guten Tag und das für nur eine Hälfte der Verpackung. Wenn man das in seinem Kopf grob durchrechnet merkt man schnell das es sich nicht wirklich lohnt… Da ich, dass was ich hier in diesem Stipendium lerne und entwickle, gerne später auch weiter nutzen möchte, muss ich mir was anderes einfallen lassen. Und als ob die Papiere meinen Gedanken unterstreichen wollten, hatten sie sich nach einer Woche gemeinsam verzogen.

Zeitlich gesehen stand dann schon bald Weihnachten vor der Tür und ich hatte mich erst mal anderen Dingen gewidmet die ich auch noch Schildern werde.

Nach Weihnachten hatte ich einen neuen Gedanken gefasst. Was ist wenn ich den Schmuck direkt im Papier einpacke?

Gesagt, getan und siehe da es funktioniert! Das Papier verzieht sich noch immer, aber in der neuen Ästhetik passt das nun besser. Das Papier lässt sich nun auch im Nachhinein wenn es schon getrocknet ist gut prägen.

Das ist nun der neueste Stand in Sachen Verpackung, ob auch größere und sperrigere Schmuckstücke gut passen muss ich noch ausprobieren, aber leider ist der nette Kollege Martin aus der Papiermanufaktur zurzeit nicht anwesend. Aber sobald er wieder das ist geht es gleich weiter.

Intro Aaron Fischer

 

Ein großes Hallo erst mal!

Hiermit meldet sich der 13te Stipendiat aus dem Museum! Auch Aaron genannt, manchmal auch Aaaron. Je nach Gusto.

Gästeausweis

Wie man schon auf dem Kärtchen sieht, bin nun ich schon fast zwei! Monate im Museum und melde mich somit etwas Spät. Ich habe mich leise und heimlich im Museum eingeschlichen. Der Erste Monat war noch etwas zerrissen mit Ausstellung und anderen notwendigen Reisen welche ich nicht vorhergesehen hatte.

Das hört sich jetzt so an als ob ich nichts gemacht hätte, was natürlich rein gar nicht stimmt!

Ich war schon fleißig und habe (fast) alle Maschinen und Techniken die es so hier gibt ausprobiert, vom Ausstanzen bis zum Zinngießen. Die Werkstatt und das Museum ist ein wahres Paradies und ein Spielplatz von Möglichkeiten den ich die nächsten Monate ausreizen werde.

Hier ein Kleiner Überblick der Sachen die ich bis jetzt ausprobiert habe :

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Besonders interessiert mich das prägen und die Neuanfertigung der Prägewerkzeuge, was mich auch schon im 4. Semester, im Rahmen des „Pforzheim Revisited“-Projekts beschäftigt hatte.

Wie man sieht habe ich passend zu Halloween schon Totenköpfe geprägt, das Gesenk dazu habe ich kurzer Hand in den noch weichen Stahl graviert. Probestücke lassen sich so schon herstellen aber auf lange Sicht muss der Stahl noch gehärtet werden.

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Auch die Herstellung von Dosen und Verpackung hat mich in den Vergangenen 2 Monaten nicht los gelassen. Als erstes habe ich eine Dose aus Prägeteilen des Museums gefertigt, welche eine eingebaute Schnappfunktion hat und danach eine rein Handgefertigte.

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Der Grund für die runde Dose war eine Überlegung: Wie kann man eine Versiegelte Verpackung machen, welche sich nach dem öffnen nicht mehr auf die selbe Weise versiegeln lässt aber trotzdem noch als Dose verwendbar ist. Eine Art Hybrid aus Überraschungsei und Fabergé. Ein Überraschungs Fabergé Ei sozusagen.

Für die Runde Dose fehlt noch eine Versiegelung, welche durch das Guillochieren einzigartig gemacht werden könnte. Ähnlich den Zeichnungen auf den Geldscheinen, wo auch das Guilloche zum Einsatz kommt.

Die Nächsten Wochen werde ich mich daran versuchen den selben Gedanken in Papier umzusetzen.

Gerade lasse ich eine Form 3D-Drucken mit der sich hoffentlich in frischer Papiermasse Teile für Dosen pressen lassen. Netterweise darf ich auch in anderen Abteilungen und Werkstätten arbeiten und somit werde ich demnächst ein wenig Zeit in der Papiermanufakur verbringen.

Was dann überhaupt in die Dose Kommt und ob die Form der Dose den Inhalt bestimmt, der Inhalt die Form der Dose oder ob die Dose an Sich der Inhalt ist und was das alles dann mit dem Prägen und dem Guillochieren auf sich hat, das sind die Fragen die in den nächsten Monaten geklärt werden!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

 

4. Teil Lena Beigel

Zum Schluss…

noch ein kleines Anker-Intermezzo. Nach Ringen, Broschen und einem Koffer gesellen sich noch kleine Notizbüchlein hinzu. Ähnlich wie beim Koffer habe ich mehrere Anker nebeneinander geprägt. Verwendet wurde hierbei auch wieder das Buchbinderleinen in grau, rot und creme. In der Mitte des Hefts befindet sich eine kleine Besonderheit. Ich war im Museum noch Papierschöpfen. Hierfür habe ich ein Wasserzeichen in Form eines Ankers angefertigt. Nun befindet sich in jedem Heft eine Seite Lena-Spezial-Papier handgeschöpft und mit Ankerwasserzeichen.

Neue Prägeformen herstellen gestaltete sich schwieriger als gedacht. Über unter-schiedliche Ansätze versuchte ich neue Formen zum Prägen und Pressen herzustellen.

Ansatz 1: Direkt in Stahl gravieren – klappt, wenn man gut gravieren kann. Für mein Vorhaben – sehr akkurate und graphische Muster – bin ich leider zu ungeübt.

Ansatz 2: Massivprägeformen mit speziellem Giessharz  – Muster in Modellschaumstoff graviert und Positiv/-Negativform im Giessharz abgegossen. Die Massivprägungen funktionieren in Papier, Pappe, Holz und Leder. Leider ist Metall schon zu hart und hinterlässt seine Form eher im Kunststoff als anders herum.

Ansatz 3: Hohlprägeform mit speziellem Giessharz – Stück in Modellbauschaumstoff, dann in Gießharz abgeformt und Positiv-Teil gegossen. Erste Versuche zeigen, dass es funktioniert.

Hier noch ein Bild von der kleinen Abschlussausstellung, nach vielen Stunden Arbeit strahlen alle Lampen um die Wette.

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Nach 4 Monaten im Museum ziehe ich nun weiter, mit vielen guten Eindrücken, Erfahrungen und einer super Zeit, vielen Dank dafür!

3. Teil Lena Beigel

Der Oktober bricht an…

… nur noch einen Monat und dann ist meine Zeit hier im Museum vorbei 😦

Mein Lampen-Projekt habe ich fast durch. Von 9 Stück sind augenblicklich 5 1/2 fertig und der Rest in den kommenden Tagen. Die elektrischen Bauteile haben noch ein paar Probleme bereitet. Leider darf man die nicht einfach selbst zusammenklemmen (sowas zieht einen unendlich langen Rattenschwanz hinter sich, falls man die Stücke später verkaufen will). Deshalb verwende ich jetzt fertige Elemente anstatt der ursprünglich selbst zusammen gebauten Fassungen und Kabel, die auch in der kommenden Woche geliefert werden  – und dann strahlen die Leuchten endlich!

Das Guilloche-Muster beschränkt sich auf ein Zickzack, mit dem die alle Muster erstellt wurden. Metall, Holz und transparentes Acrylglas werden zu den leicht grünlichen bzw. farblosen guillochierten und gebogenen Flächen kombiniert.

 

Zwischendrin war auch noch das Stipendiatentreffen in Pforzheim bzw. bei der Firma C. Hafner. Es war wirklich schön, die ehemaligen Stipendiaten zu treffen und sich auszutauschen.

Die letzten Wochen im Museum möchte ich gerne noch nutzen, um mich mit der Herstellung von eigenen Prägeformen zu beschäftigen. Einerseits durch gravieren in Stahl und andererseits mit einem speziellen Kunststoff, den mir Fabian empfohlen hat. Mal sehen, ob das was wird und was raus kommt.

Hier noch ein Foto von meinem Ausflug aufs Museumsdach mit Gabi Wohlauf. Abgefahrene Architektur da oben!img_8354

 

2. Teil Lena Beigel

Viel los im August! Einerseits waren in der ersten Monatshälfte viele, viele Besucher im Museum, aufgrund des doch wechselhaften Wetters und andererseits war hier auch einiges geboten.
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Anfang des Monats – die Kinderkofferaktion
Da mach ich doch gleich mal mit! Die zwei Buben und ich waren fleissig am Koffer basteln. Meiner ist mit Leinenstoff bezogen und mit dem Anker geprägt. So reiht sich dieser prächtige Koffer wunderbar in die Reihe „Der Anker und ich“ ein.
Mitte des Monats – Seminar mit Goldschmiedeschülerinnen aus Hanau
Natürlich waren auch die Profis auch Pforzheim wieder mit dabei. Eine Woche lang bekamen die Mädels einen tollen Einblick in die alten Techniken. Und wenn die Profis schon mal da sind, werden auch gleich meine kleinen Problemchen gelöst. So hatte ich beispielsweise immer Ärger mit der Prägung des Ankers in den Stoff. Er riss immer wieder an einigen Stellen auf und ergab unschöne Löcher. Nach einer halben Stunde tüfteln mit Fabian und Walther war das Problem gelöst 🙂
Nun zu dem guillochierten Acrylglas, daraus werden Lampen entstehen. Nach verschiedenen Materialkombinationen und Mustern entstanden die ersten Entwürfe auf dem Papier.
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Im CAD wurden die genauen Maße bestimmt und an die Guillochiermaschinen-bedingten Gegebenheiten größentechnsich angepasst. Das Bauen der einzelnen Halterungen nimmt leider einiges an Zeit in Anspruch.
Windows Phone_20160830_17_19_10_ProGeplant sind bis jetzt 3 Gruppen mit je 3 Lampen – in den Kombinationen Holz-Acryl, Metall-Acryl und Acryl-Acryl.

 

Und zum Abschied aus dem August rein in den September durfte ich noch eine kleine Flugstunde im Flugsimulator absolvieren.

1. Teil Lena Beigel

Hallo aus Berlin! Nun bin ich schon fast einen Monat im Museum und hab mich dort ganz gut eingelebt. Anfangs war ich etwas überfordert mit den all Möglichkeiten und den für mich zum Teil neuen Techniken, Maschinen und Geräten. Also war der Plan: Beginne auf der einen Seite und arbeite dich zum anderen Ende der […]

über 1. Teil Lena Beigel — Stipendium im Museum

1. Teil Lena Beigel

Hallo aus Berlin!

Nun bin ich schon fast einen Monat im Museum und hab mich dort ganz gut eingelebt. Anfangs war ich etwas überfordert mit den all Möglichkeiten und den für mich zum Teil neuen Techniken, Maschinen und Geräten. Also war der Plan: Beginne auf der einen Seite und arbeite dich zum anderen Ende der Werkstatt einfach mal durch die Maschinen durch.

Angefangen habe ich mit dem Fallhammer und der Spindelpresse. Das verbuche ich mal unter dem Titel  „Der Anker und ich“. Denn zu Beginn habe ich mir als Form den Anker ausgesucht. Einfach so – weil er mir gefällt.

Da man nicht nur Metall prägen und pressen kann, bin ich in den Bastelladen und hab mir diverse Materialien besorgt und unter den Fallhammer gelegt. Gut – dass Plexiglas springen würde hätte man sich vorher denken können. Aber mit dem Holz hat es dafür dann doch erstaunlich gut funktioniert!

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Von diesem Buchbinde-Stoff durchaus angetan, entstanden hieraus auch ein paar Broschen – natürlich mit dem Anker versehen! Der grafische Kreis bildet einen schönen Rahmen, gibt einen guten Kontrast und lässt das Motiv nicht kitschig wirken.

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Eigentlich wollte ich mich von der einen Seite auf die andere durcharbeiten. Aber Pläne sind da, um sie über den Haufen zu werfen. Also gleich ans andere Ende zu den Guillochier-Maschinen.

Guillochieren kenne ich schon ein bisschen und fasziniert mich. Ich habe damit angefangen Acrylglas zu guillochieren und versuche nun, die mit Muster versehenen Platten ins rechte Licht zu rücken… die Ideen dafür sprudeln gerade so aus mir heraus und ich teste nun, was geht und was nicht. Hier schon mal ein kleiner Einblick, was da kommen mag….

Auch „Der Anker und ich“ geht in die nächste Runde ! In dieser Kombination mit dabei: Der Stoff….

Immaterielles Kulturerbe und Aktionstag!

Während meiner Zeit hier in Berlin darf ich bei einer schönen Veranstaltung dabei sein. Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ im Deutschen Technikmuseum ist im März feierlich in das „Register guter Praxisbeispiele“ der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen worden. Um dies zu würdigen und vor allem um diejenigen zu ehren, die mit ihrem Engagement das Projekt zum Leben erweckt haben und am Leben halten, gibt es am 15. April eine Feier im Museum hier in Berlin. Dabei wird auch erstmals der neue Film über das Projekt gezeigt. Für mich ist es sehr schön die Geschichte der Abteilung „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ und der Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“ noch einmal genau zu erfahren und alle Gesichter der Gruppe kennenzulernen. Besonders freut es mich natürlich die „Old Masters“ Werner, Walter, Herbert und Elmar aus Pforzheim wieder zu sehen. Des Weiteren ergab sich die schöne Gelegenheit Frau Birgitta Haffner von der Firma C. Hafner persönlich kennenzulernen, der Firma, die mein Stipendium so großzügig finanziert und mir diese Erfahrungen ermöglichen. Es ist ein rund um schöner und festlicher Abend mit vielen netten Gesprächen.

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Am nächsten Tag, den 16. April gibt es einen Tag der offenen Tür in der Schmuckwerkstatt. Um auch die Museumsbesucher an der Feier über die UNESCO-Aufnahme teilhaben zu lassen, gibt es die Möglichkeit nicht nur den Maschinen und Meistern bei der Arbeit zu zusehen, sondern sogar selbst Hand anzulegen. Eine ganz große Ausnahme! Nachdem die Emailleurin der Gruppe leider krankheitsbedingt nicht dabei sein kann, bin ich eingesprungen, arbeite fleißig am Emailofen und stelle mich den Besucherfragen zum Thema Emaillieren. Alle haben viel Spaß und nicht wenige Besucher fragen, wann es denn das nächste Mal einen solchen Aktionstag gäbe.

2. Teil Katharina Wolf

Vertiefung

Emaillieren: Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Ich mag diese uralte Technik mit ihren besonderen Farben und dem unverwechselbaren Glanz. Im Schmuckbereich wird es immer weniger verwendet, weil Lacke einfacher und günstiger sind und zudem nicht so extrem hohe Temperaturen benötigen. Ich muss zugeben, die dauerhafte Verbindung von Glas und Metall hat so ihre Tücken, aber vielleicht ist es auch gerade das was mich daran reizt.

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Das Museum ist fürs Emaillieren gut ausgestattet. Es gibt einen großen Brennofen und eine Vielzahl an Farben. Die Angaben zu den Schmelztemperaturen und die Farbmuster sind jedoch unvollständig, weshalb ich mit einigen Farbversuchen auf unterschiedlichem Untergrund starte. Angefangen bei den opaken Farben arbeite ich mich zu den anspruchsvolleren Transparenten vor.

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Dazwischen unternehme ich einige Versuche mit eingebrannten Graphitzeichnungen und durchgebranntem Emaille, so gefertigt, dass man die Möglichkeit hat sie als Ohrringe zu tragen.

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Auch die Muster die ich mit der Dessinwalze auf die Bleche gebracht habe lassen sich gut emaillieren. Durch die Farbe kommen die gewalzten Muster noch deutlicher zur Geltung. Besonders bei den dunklen Farbtönen muss ich darauf achten, das Emaille dünn und gleichmäßig aufzutragen um einen schönen Kontrast zu erzeugen.

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In einem weiteren Schritt stelle ich die verschiedenen Walzmuster und Ovalformen zu größeren Kompositionen zusammen. Allerdings muss ich dazu löten. Nachdem die Temperatur im großen Ofen des Museums nur sehr schwer zu kontrollieren ist gelingt nicht jeder Versuch auf das erste Mal. Einige Teile fallen mir auseinander kaum dass das Emaille anfängt zu schmelzen. Manche Farben eignen sich besser als andere.

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Alternativ zum Löten probiere ich es jetzt mit Abwicklungen und sich überlagernden Blechen. Die dadurch erzeugte Räumlichkeit finde ich gut, allerdings bin ich mit meiner Blechgröße durch die Breite der Dessinwalze begrenzt, weshalb sich hier nur kleine Teile herstellen lassen. Außerdem fehlt mir die Möglichkeit mehreren unterschiedliche Muster in einem Stück zu kombinieren. Es heißt also dran bleiben.